Schweizer Spielmesse
Internationale Spiel- und Spielwarenmesse St. Gallen

9. - 13. September 1998

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Synonym für Spielzeug: Die Modelleisenbahn

"Modelleisenbahn" galt für Generationen von Buben als Inbegriff des technischen Spielzeugs. Sie steht noch heute dafür. So kommt ihr zu recht der dominierende Platz unter den vier Sparten des Modellbaus an der Spielmesse zu. Die Modellbahn hat sich auch zum anspruchsvollen Hobby von engagierten Erwachsenen entwickelt. So stellt sich heute die Frage "Modellbahn - Spiel oder (tierischer) Ernst?" Genau in diesem Spannungsfeld präsentiert die Schweizer Spielmesse einen kompletten Querschnitt durch die verschiedenen Facetten der Modelleisenbahn, von der Spielbahn für Kids hin zur gehätschelten Freizeitbeschäftigung für Erwachsene (oder "Kinder im Manne").

So läuft der typische Einstieg in das Modellbahnhobby ab: Vater kauft dem Kind eine Eisenbahn und beginnt selber damit zu spielen. Oder der Vater ist mit der kleinen Dampflok des Kindes nicht mehr zufrieden und merkt, dass auch die grosse, teure Schnellzugslok auf den Gleisen des Kindes verkehren kann. Doch in welcher Modellspurweite soll der Einstieg geschehen?

Spurweiten als roter Faden der "Eisenbahnstrasse von 0 bis Z"

Da gibt es die ganz kleine Modellbahnlok, die in einer Nussschale Platz findet. Daneben lockt das über einen Meter lange Modell einer amerikanischen Dampflok, die sogar bei Regen im Garten ihre Runden drehen kann. Eine ganze Reihe anderer Grössen liegt dazwischen. Spur Z, N, TT, H0 und H0m, 0 und 0m, I und II, IIm. Und was bedeutet denn der Index m? Der Einsteiger steht vor einer verwirrenden Anzahl von Möglichkeiten. Der Experte nutzt oft die unterschiedlichen Vorteile der verschiedenen Spuren gleichzeitig: Die grosse Spur IIm im Garten, die platzsparende Spur N im Hobbyraum, draussen die Schmalspurbahn als Vorbild, drinnen die Normalspur. Der Experte handhabt die Spurweiten nach seinem Gutdünken und zu seinem Nutzen, der Einsteiger steht staunend davor. Hier setzt die Schweizer Spielmesse 1998 an.

In Halle 3.0 sind sämtliche gängigen Modelleisenbahnspurweiten vertreten; entweder als Spieleisenbahn zum Anfassen und Mitspielen, oder als Präsentationsstück zum Bestaunen. Schwergewicht liegt dabei auf dem Spiel. Auch im Eisenbahnsektor heisst es an der Spielmesse "hands on!". Trotz dieses Schwergewichts gibt es einzelne modelleisenbahnerische Juwele zu besichtigen. Diese sollen dem Experten zur Freude gereichen und dem Einsteiger zeigen, wohin es führen kann, wenn man vom Modellbahn-Bazillus befallen wird (Die Schweizer Spielmesse wirkt hier gefährlich ansteckend).

Grosse Bedeutung kommt dabei der fachmännischen Beratung zu. Diese wird durch die ausstellenden Modellbahn-Fachgeschäfte gewährleistet. Durch Koordination seitens der Messeleitung ist jedem dieser Fachaussteller eine der einschlägigen, marktüblichen Modellbahnspurweiten oder Marke zugeteilt. So ist sichergestellt, dass alle gängigen Spurweiten an der Spielmesse präsent sind. Für den Besucher werden sie sich wie ein roter Faden durch die Eisenbahnhalle ziehen. Abgerundet wird diese Leitlinie durch einen Wettbewerb, der von der Schweizer Modellbahnzeitschrift LOKi an der Spielmesse veranstaltet wird. Es versteht sich von selbst, dass die Wettbewerbsfragen den Besucher entlang des roten Fadens durch die Modellbahnspurweiten führt.

Modellbahn-Spielplatz

Modellbahn - Spiel oder (tierischer) Ernst? Beides zeigt die Spielmesse. Die H0-Modulanlage des Modelleisenbahn-Clubs Bregenz wird zwar von humorvollen Leuten präsentiert, stellt aber eine Spitzenleistung im Eisenbahn-Modellbau dar. Akribisch sind im Massstab 1:87 Ausschnitte aus der Arlberg-Westrampe dargestellt, die Modellszenen geben haargenau die Situation an einem bestimmten Streckenkilometer-Punkt beim Original wieder. Obwohl die Anlage aus dem benachbarten Ausland stammt und ein dortiges Vorbild wiedergibt, hat sie der bekannte Modellbahnkünstler Rudolf Hanselmann aus Rorschach entscheidend mitgestaltet und beeinflusst. Daneben wartet die Spielmesse mit einer Neuerung auf der anderen Seite des Spektrums des Eisenbahnhobbys auf.

Erstmals ist ein zentraler Modellbahn-Spielplatz eingerichtet. Die Spielbahn-Segmente in den Angeboten der einzelnen Hersteller sind nicht den Ständen der entsprechenden Fachhändler zugeordnet, sondern auf dem zentralen Spielplatz zusammengefasst. Hier warten, wiederum in den verschiedenen Spurweiten, digital- und analog-gesteuerte Spielbahnen auf die Kinder. Diese werden zudem von einer erfahrenen Kindergärtnerin angeleitet, während die interessierten Eltern durch den Spielplatz-Leiter Karl Welte, einem erfahrenen Modelleisenbahner in allen Spuren, beraten werden. Diesen neuen Eisenbahnspielplatz trennen nur wenige Meter von den Schauanlagen der Experten. Ein Weg, der in Wirklichkeit für den Einsteiger weit länger ist. Die Schweizer Spielmesse zeigt ihn kompakt auf.

Modell-Eisenbahn und Modell-Landschaft

Im Gegensatz zu noch vor wenigen Jahrzehnten bietet die Industrie heute eine fast unübersehbare Fülle von Modellen einzelner Loks und Wagen an. Dies macht die Modelleisenbahn auch zum Sammelgebiet. Aber auch der eigene Modellbau rund um die Bahn gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Landschaftsmodellbau wird zudem immer perfekter. Trotzdem wird er zunehmend auch für den Laien fass- und machbar, denn die Spezialisten bieten vermehrt eine fundierte Beratung und Schulung an. Auch stehen heute mehr massgeschneiderte Materialien zur Verfügung. Der Landschaftsbau ist die Kreativabteilung des Modellbahnhobbys. Durch den Gebäudebau und die Landschaftsgestaltung werden auch immer mehr Frauen zu Partnerinnen im doch vorwiegend von Männern dominierten Modellbahnsektor.

Wiederum im Sinne des "hands on!" bietet die Schweizer Spielmesse genau hier einen Workshop. Rudolf Hanselmann und seine Getreuen demonstrieren anhand vorgefertigter Module in verschiedenen Baustadien den Werdegang einer Modellbahnlandschaft. Zudem wird aktiv an Geländeteilen weitergearbeitet und die Besucher können unter Anleitung der Experten ihre eigenen Gips-, Pflaster-, Leim- und Malkünste unter Beweis stellen. Die dem Workshop benachbarte Bregenzer H0-Anlage steht stellvertretend dafür, wo diese Modellbaukunst hinführen kann. Aber niemand muss sich vom Meisterwerk abschrecken lassen, denn ebenfalls in der Nachbarschaft stehen die Werke der Oberstufe der Schule Aadorf (TG). Diese im Sommer 1997 gebauten 23 Module beweisen, dass jeder Interessierte nach seinem Gutdünken in der Landschaftsgestaltung einer Modellbahn mittun kann. Die Namen der Schülermodule nehmen auch dem tierischen Modellbahn-Ernst die Spitze: Da verkehrt etwa ein SBB-Zug aus dem Heidiland via die Brücke am Kwai über die Strecke der Jungfraubahn, das Häberlital und den Big Mountain direkt nach Aadorf. Die Modulanlage der Aadorfer Oberstufe wird an der Schweizer Spielmesse selbstverständlich von Schülerinnen und Schülern betrieben, die gerne über ihre Erfahrungen mit der Modellbahn Rede und Antwort stehen.

Eisenbahn-Forum

Die Eisenbahnhalle der Schweizer Spielmesse ist in sich selbst ein Forum. In einer ihrer Ecken befindet sich aber eine ausdrücklich so genannte Einrichtung. Das "Eisenbahn-Forum" an der Schweizer Spielmesse steht als neue Dienstleistung einzig in der Messelandschaft da. Es soll zusätzlich zur Fachberatung der einzelnen Aussteller zu den einzelnen Spurweiten und den Produkten der Modellbahnindustrie als neutrale Auskunfts- und allgemeine Informationsstelle dienen. Während der ganzen Messe ist eine zentrale Auskunftsstelle besetzt. Zudem finden stündlich Workshops zu vier Themen aus dem Modellbahnbereich statt, die durch einzelne Gast-Workshops ergänzt werden. Dafür steht ein Seminarraum für rund 40 Personen bereit. Die einzelnen Workshops können von Schulklassen und anderen Gruppen im voraus gebucht werden. Das Eisenbahn-Forum wird vom regelmässigen LOKi-Autor Roland Kink geleitet. In unmittelbarer Nachbarschaft der Auskunftsstelle des Forums orientiert zudem ein Stand über die Aktivitäten des SBB-Junior Clubs.

In den vergangenen Jahren weckte der Begriff "Mobautech" eindeutige Erwartungen in Richtung des technischen Modellbaus. Nach der konzeptionellen Zusammenführung von Mobautech St. Gallen zur Schweizer Spielmesse, Internationele Spiel- und Spielwarenmesse St. Gallen, steht auch im Modellbereich das Spielerische im Vordergrund. Wenn die Modelleisenbahn in letzter Zeit durch die Entwicklung hin zur Perfektion zum Hobby für Glacé Handschuhträger geworden sein sollte, dann gibt die Schweizer Spielmesse Gegensteuer. Auch der angefressenste Modellbahner war einmal ein Einsteiger. Wenn die Schwelle für Neulinge durch eben die Perfektion hoch geworden ist, dann senkt sie die Schweizer Spielmesse wieder. Was als Spiel im Kinderzimmer beginnt, wächst sich zum akkuraten Modellbau aus. Und wenn die Anlage fertig ist, dann kann ja das Spielen wieder beginnen. So bleibt "Modelleisenbahn" an der Spielmesse ein ernsthaftes Hobby, wird aber auch wieder zum Inbegriff des technischen Spielzeugs. "Hands on the trains!". Anfassen der Züge erlaubt!

 Weitere Informationen

Olma Messen St.Gallen, Postfach, CH-9008 St.Gallen
Tel 0041 (0)71 242 01 77,  Fax 0041 (0)71 242 01 03

Internet: www.olma-messen.ch, E-mail: olma-messen@bluewin.ch


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