| Schweizer
Spielmesse Internationale Spiel- und Spielwarenmesse St. Gallen 6. - 10. September 2000 |
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Rotoren und Flügel: Einmal so richtig abheben
Hightech Helikopter, Bumerangs, Segler und Drachenpoesie aus dem Reich der Mitte
Längst hat das Modellbauhobby die Lüfte erobert. Immer raffinierter werden die ferngesteuerten Brummer und Gleiter. An der Schweizer Spielmesse, welche vom 6. bis 10. September 2000 auf dem Areal der Olma Messen St.Gallen ihre Tore öffnet, werden atemberaubende Helikopter sowie poetische bis sportliche Drachen und Bumerangs für Aufsehen sorgen.
Jean-Jacques Bonnet liebt das Spiel mit dem Wind. Aus einem Hobby ist mit den Jahren ein Beruf und schon fast eine Berufung geworden. Rund vier Monate im Jahr ist er in der Schweiz unterwegs, um als Kursleiter sein Wissen und seine Leidenschaft weiterzugeben. Einleinerdrachen der etwas einfacheren Art, aber nicht minder wirkungsvoll und Spass bereitend können Teilnehmerinnen und Teilnehmer an seinen Workshops bauen – von der „Fledermaus“ bis zum „Delta Kid“, der erst noch zerlegbar und so leicht ins Wochenende oder in die Ferien mitgenommen werden kann. Schon für etwas über zehn Franken ist er oder sie dabei, und für fünfzig Franken gibt es schon recht anspruchsvolle Geräte.
Eine Klasse für sich sind die Lenkdrachen, deren Bau schon einen Tag in Anspruch nimmt. Dafür gibt es nicht nur trockene „Bastelstunden“, sondern auch Tipps vom Meister. Schon manches Kinder- und Erwachsenherz liess Bonnet höher schlagen.
Für seine zweite Passion, den Bau und das raffinierte Werfen von Bumerangs, hat er sogar seinen Job als Sekundarlehrer an den Nagel gehängt. Bonnet weiss, das er zur Zeit nicht gerade im Trend liegt, boomen doch jetzt Inline-Skates und Skateboards. Doch „käme der Bumerang im nächsten James Bond-Film vor“, lacht der wirblige Westschweizer, „würde sich das schlagartig ändern“. Jedes seiner Fluggeräte hat eine andere Form, eine andere Farbe – eine Persönlichkeit fast. Bonnet lädt alle ein, ihn an der Schweizer Spielmesse zu besuchen und sich vom Spiel mit dem Wind einfangen zu lassen.
Die Geschichte der im Wind aufsteigenden Drachen reicht bis ins Jahr 500 vor Christus zurück. In China wurden damals die ersten Drachen von Reisbauern gebaut, die meist die Form eines Vogels hatten – wahre Wunderwerke aus Seide und Bambus. Noch heute kommen viele dieser Modelle aus China. Einer, der sie importiert, ist Jakob Kuster aus Lustmühle AR. Die Firma, an der er teil hat, ist die „Natürlich Vertrieb GmbH“ und hat ihre Ursprünge beim Import chinesischer Arznei und der Vermittlung chinesischen Heilwissens.
„Der Drachen ist nur ein Bestandteil, ein Symbol für diese Kultur, die von der Küche über die Musik, die Religion oder die Medizin eine Vielzahl ungehobener Schätze birgt“, sagt Kuster begeistert. Im Lager des kleinen Handelshauses in der St.Galler Fabrik Sittertal zeigt er einige Beispiele zusammensteckbarer Drachen. Wie vor 2500 Jahren ist feiner Bambus, in Handarbeit in die Form gebracht, eines der Grundmaterialien. Die Seide ist den edlen Fluggeräten vorbehalten. Doch auch das fast textil anzufühlende chinesische Seidenpapier vermittelt das Gefühl von Leichtigkeit und Transparenz. Bunt bedruckt, stellen die Drachen meist Raubvögel, Libellen oder ähnliches dar.
Für die Schweizer Spielmesse wird Kuster chinesische Atmosphäre an den Stand bringen: „Ein chinesischer Drachenbauer, der uns beliefert, wird persönlich anwesend sein. Chinesische Studenten, die deutsch sprechen, werden Interessierten Auskunft geben, und vielleicht kann man dem Meister gar beim Bau über die Schulter schauen“. Chinesische Musik und Informationen gehören ebenso zum Auftritt.
Leichte Flieger und...
Die bayrische Flugmodellgruppe Dorfen ist ein treuer Gast in St.Gallen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren zeigte der Verein mit drei Piloten, was Hallenflugmodelle zu leisten imstande sind. Für die Halle konzipiert, müssen sie besonders leicht und filigran und mit einer Fernsteuerung ausgerüstet sein, die den besonderen Erfordernissen in einer Halle nachkommen. Zwischen zehn und dreihundert Gramm wiegen die Leichtgewichte – dies bei Spannweiten von zwanzig bis hundertzwanzig Zentimetern.
Auch in diesem Jahr wird zur vollen Stunde in der Halle geflogen. Doch ausserdem werden bei gutem Wetter in der Arena der Olma Messen St.Gallen sogenannte Park Flyer steigen, speziell für das Fliegen in begrenzten Räumen gebaute Flugmodelle mit etwas höherem Gewicht (50 bis 500 Gramm) und Spannweiten bis zu eineinhalb Metern.
...flirrende Rotoren
Helikopter stellen in diesem Jahr wieder einen Markstein innerhalb der Schweizer Spielmesse dar, darunter auch ganz besondere Modelle, die das Herz des abgebrühtesten Flugmodellbauers höher schlagen lassen. Der Aero Club, vertreten durch das St.Galler Modellbaugeschäft Frei, wird im Wechsel mit der Flugmodellgruppe aus Deutschland seine imposanten Hubschraubermodelle fliegen lassen.
Modellhelikopter Hobby Frei St.Gallen:
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Helikopter-Wettkampf mit Geschicklichkeitsparcours und Präzisionsfliegen:
Samstag, 9. September 2000
- Final Spielmesse-Cup und Schaufliegen: Sonntag, 10. September 2000
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Samstag und Sonntag: Ausstellung von rund 50 Helikopter-Modellen
(5, 8, 10 und 25 ccm) und Möglichkeit
für Schnupperflüge
Der Begriff Bonsai wird zuerst
wohl mit kleinwüchsigen Bäumen assoziiert. Und übertragen auf Hubschrauber an
der Schweizer Spielmesse, könnte man annehmen, es handle sich dabei um
besonders kleine Modelle. Das trifft zwar zu, aber gemessen an den grossen
Maschinen, nicht an den Modellen.
Was die „Bonsai-Helikopter AG“ in St.Gallen zeigt, sind ein- bis maximal fünfplätzige Mini-Hubschrauber, mit denen nicht per Fernsteuerung, sondern an Bord geflogen wird. „Direktor und Chefpilot“ steht auf der Visitenkarte von Rudolf Schmid, Helipilot und Fluglehrer, der 1993 aus seiner Passion ein Unternehmen machte. Mit dem „Robinson R22 Beta II“ bringt er den kleinsten Heli der Welt vom Airport Altenrhein ins Areal der Spielmesse. Zudem gibt es den „Eurocopter EC120B Colibri“ zu bestaunen. Die grossen Plexiglasflächen machen den grossen Kleinen zum prädestinierten Flugzeug für Aussichtshungrige, Flugschüler oder Fotografen. Wen das Fieber an der Schweizer Spielmesse packen sollte, der kann sich gleich für einen Schnupperkurs anmelden. Schmid weiss: „Wer ihn fliegt, fliegt auf ihn...“.
Weitere Informationen:
Olma Messen St.Gallen
Schweizer Spielmesse
Splügenstrasse 12, 9008 St.Gallen
Tel. ++41 71 242 01 77 / Fax ++41 71 242 01 03
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St.Gallen, Juli 2000
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