Schweizer Spielmesse
14. Internationale Messe für Spiele und Spielwaren

St. Gallen, 19. - 21. November 2004

         


Know-how der Schweizer Ludotheken gefragt

Text von Renate Fuchs, Präsidentin Verein der Schweizer Ludotheken

Die Schweizer Ludotheken waren in den letzten Jahren massgeblich an der Vergabe von Spielepreisen beteiligt, dem Schweizer Spielepreis und dem Kinderspiel des Jahres. Der Schweizer Spielepreis, eine Gemeinschaftsaktion des Vereins der Schweizer Ludotheken und der Schweizer Spielmesse, wird heuer bereits zum dritten Mal vergeben. Die Schweizer Ludotheken sind seit Beginn massgeblich an der Auswahl und der Vergabe beteiligt. Während zwei Jahren waren die Schweizer Ludotheken auch im Beirat der Jury Kinderspiel des Jahres vertreten.

Der Schweizer Spielepreis ist ein Preis, der vom Publikum bestimmt wird. Das heisst, die Spiele aus einem Spiele-Verzeichnis werden von Kundinnen und Kunden der Ludotheken getestet, also von Leuten, die sich auch sonst mit Spielen gut auskennen und die gerne spielen. Der Gewinner wird aus diesen Beurteilungen ermittelt.

Im Gegensatz dazu ist die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres ein Kritikerpreis. Allerdings werden auch hier die entsprechenden Altersgruppen miteinbezogen. Denn Kinderspiele können und dürfen nicht nur von Erwachsenen beurteilt werden. Die Schweizer Ludotheken waren in den vergangenen zwei Jahren in die Auswahl involviert und haben ihr breites Wissen vor allem im Bereich Kinderspiele einsetzen können.

Verschiedene Kriterien massgebend

Nicht immer sind die Gewinner solcher Preise auch Renner in den Ludotheken, denn für die Auswahl eines für die Ludothek geeigneten Spiels sind neben Spielreiz und Originalität auch noch andere Kriterien massgebend. So muss das Spielmaterial qualitativ hoch stehend sein, es sollten auch nicht allzu viele kleine Einzelteile enthalten sein, und schliesslich ist die Beschaffung von Ersatzteilen ein wichtiges Thema. Die meisten Verlage erfüllten in den letzten Jahren diese Ansprüche, und vor allem bei den Kinderspielen sind die Preisträger, seit Einführung dieser Kategorie, durchaus auch auf den Bestenlisten von Ludotheken zu finden.

So die beiden nominierten Kinderspiele aus dem Verlag Selecta: Maskenball der Käfer 2002 und Viva Topo 2003. Auch das 2004 ausgezeichnete Spiel Die Geistertreppe von Drei Magier kommt in den Ludotheken gut an. Mit diesem Spiel hat erstmals eine Autorin einen Preis gewonnen.

Die Kinder von Catan (Kosmos) waren 2003 Sieger des Schweizer Spielepreises Kategorie Kinderspiele. Auch dieses Spiel ist in den Ludotheken sehr beliebt.

Bei den Erwachsenen- und "Freak"-Spielen gehen die Meinungen hie und da auseinander. Zum einen sind Erwachsene weniger als Kunden in den Ludotheken zu finden, und zum andern werden in den Ludotheken doch eher Spiele ausgeliehen, die weniger anspruchsvoll sind, als die ausgezeichneten Spiele. Der Palast von Alhambra (Queen Games), der letztes Jahr beide Preise (1. Rang Schweizer Spielepreis Kategorie Familienspiele und Kritikerpreis Spiel des Jahres) gewonnen hat, ist da wohl eher eine Ausnahme.

Vermehrt gute Spiele für Kinder

Die Zusammenarbeit zwischen den Ludotheken und den Institutionen, die solche Preise verleihen, ist für beide Seiten vorteilhaft. Das grosse Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 400 Schweizer Ludotheken soll ja auch genutzt werden, und wenn beide Seiten davon profitieren, sind solche Kooperationen durchaus zu befürworten.

Wir sind gespannt, welches Spiel heuer das Rennen um den Schweizer Spielepreis 2004 gewinnt. Das Spiele-Verzeichnis wird jedes Jahr länger, was die Sache sicher nicht einfacher macht. Erfreulich ist sicher die Tatsache, dass wieder vermehrt gute Spiele im Kinderbereich auf dem Markt sind, die sich auch für die Ludotheken bestens eignen.

Küssnacht, 30. Oktober 2004 - Renate Fuchs, Präsidentin Verein der Schweizer Ludotheken


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