Kann geweckte Erwartungen nicht erfüllen

Eines vorweg: Bei "Lang lebe der König!" ist es mit dem Spielspass nicht weit her. Das Spiel hat zwar optisch durchaus Aufforderungscharakter, doch kann es die Erwartungen, die es dadurch weckt, nicht erfüllen. Beim "spannenden Wettstreit um die englische Krone" ist England in 13 Provinzen aufgeteilt, die, je nach Grösse, zwei bis vier Delegierte zur nächsten Königswahl entsenden können. Jeder der drei bis fünf Spieler versucht nun, sich 20 der insgesamt 39 Stimmen zu sichern. Wem dies gelingt wird neuer "King of England". Zu Beginn erhalten alle Thronanwärter eine grosse Spielfigur, 18 Höflinge sowie 20 Einflusskarten (12mal x1, 7mal x2, und 1mal x3). Wer an der Reihe ist, hat vier Möglichkeiten. Er kann a) seine Figur in ein leeres Nachbargebiet setzen, b) in ein eigenes Gebiet ziehen, c) in ein fremdes Gebiet ziehen oder 4) stehen bleiben. Entscheidet er sich für a) so darf er dort einen seiner Höflinge gratis plazieren. Will er seine Stellung festigen, so darf er nachwürfeln. Er gibt zu diesem Zweck eine seiner Einflusskarten ab und würfelt. Erzielt er eine 3 bis 6, so war er erfolgreich, bei einer 1 oder 2 hingegen nicht. Er darf so lange würfeln bis er den aufgedrucken Wert im Wappen, zB. 4, erreicht hat, muss aber bei jedem Wurf eine seiner Karten abgeben. Zieht er jedoch in ein fremdes Gebiet, so kommt es zum Kampf. Alle Spieler (auch diejenigen, die weder Angreifer, noch Angegriffene sind) wählen 1 bis 5 Karten aus ihrer Hand aus und decken gemeinsam auf. Dann wird reihum gewürfelt. Der Wert der Karte wird mit dem Würfelergebnis multipliziert und auf einer Zählleiste vermerkt. Der Sieger verbannt den Verlierer in eine seiner Provinzen und schmeisst – falls der Angreifer gewinnt – die Höflinge in den Vorrat des Unterlegenen. Die eingesetzten Karten werden anschliessend abgelegt. Mit einer Ausnahme: Wer eine "1" würfelt, darf seine schlechteste ausliegende Karte behalten. Spielt jemand seine letzte Karte aus, so kommt es zur Königswahl. Alle zählen die Werte ihrer Gebiete zusammen und markieren diese auf einer Zählleiste. Der Auslöser der Königswahl hat jedoch Pech : Ihm wird ein Drittel seiner Stimmen abgezogen. Anschliessend bekommt jeder noch einen Bonus, bevor es in die nächste Runde geht. Vor dieser werden nun alle gebrauchten Karten gemischt und verteilt, bis jeder wieder 15 Karten hat. Jetzt ist es aber gut möglich, dass einer 4 Karten der insgesamt 5 x3-Karten und etliche x2-Karten bekommen hat, während die anderen gerade mal eine x2-Karte unter lauter x1-Karten vorfinden. Was nichts anderes heisst, als dass die Königswahl durchs Austeilen der Karten entschieden wird. Fazit: Wer nicht gerade auf glücksbetonte Ritterspiele steht, sollte die Finger davon lassen.

Verlag: F.X. Schmid, Autor: Günther Burkhardt, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: ca. 60 Minuten, Anzahl: 2 bis 5 Personen, Preis: etwa 48 Franken


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 08.03.1999