"Anno Domini": Als der Papst noch Kriegsherr war

"Anno Domini" ist ein Strategie- und Eroberungsspiel, das die Spieler ins Mittelalter versetzt. Das Tableau zeigt Europa, welches in 36 Regionen eingeteilt ist. Ziel eines jeden Spielers ist es, acht von 16 Kathedralen zu erobern. Zu Beginn werden die Spielkarten einzeln ausgeteilt, bis die Karte "Papst" erscheint. Diese erhält der Spieler, der sie zugeteilt erhielt; die anderen Karten werden wieder gemischt und bilden den Stapel. Danach wird ausgewürfelt, wo die 16 Kathedralen und die Schlösser der Spieler zu stehen kommen. Die Vorbereitungen sind beendet, wenn auf allen Gebieten entweder je ein Schloss und Kathedrale oder nur ein Schloss plaziert ist.
Das Spiel besteht aus je einer Verwaltungs- und militärischen Phase. In der Verwaltungsphase erhalten alle Spieler gleichzeitig das Geld, das sich aus der ordentlichen Besteuerung ihrer Gebiete ergibt (Formel: "Anzahl der Kathedralen mal Anzahl der Gebiete mal zehn"). Im Gegensatz zu der Verwaltungsphase kommen bei der militärischen Phase die Spieler nacheinander an die Reihe. Der links vom "Papst" sitzende Spieler eröffnet, der "Papst" beschliesst die Phase. Während der militärischen Phase kann derjenige, der an der Reihe ist, drei Dinge tun, nämlich a) die "Tabelle der zufälligen Ereignisse" zu Rate ziehen, b) neue Schlösser bauen oder c) feindliche Gebiete angreifen.
"Tabelle der zufälligen Ereignisse": Der Spieler wirft zwei Würfel, addiert die Zahlen und führt die unter der Nummer vorgegebene Aktion aus. Dabei gilt: je kleiner die gewürfelte Zahl, desto schlechter, je grösser, desto besser ist sie für den Spieler. Die Ereignisse reichen von der Pest über Kaiser- und Kirchenkrisen bis hin zum Finden einer lukrativen Goldmine. Danach kann der Spieler Schlösser (Stückpreis 100 Gulden) kaufen. Diese darf der Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Angriffsphase einsetzen, allerdings dürfen auf keinem Gebiet mehr als sechs Schlösser vorhanden sein.

Augen plus Angriffspunkte

Von einem seiner eigenen Gebiete aus kann der Spieler ein daran angrenzendes oder an demselben Meer liegendes gegnerisches Gebiet angreifen. Ein Angriff geschieht wie folgt: Der Angreifer erklärt, von welchem Gebiet aus er anzugreifen beabsichtigt. Er nimmt so viele Würfel wie Schlösser auf diesem Gebiet stehen, kündigt das Ziel des Angriffs an und zählt seine "Angriffspunkte", falls er welche besitzt, dazu. Der Verteidiger tut dasselbe und addiert seine "Verteidigungspunkte" zum Ergebnis. Für jeden Wurf, bei dem die Kriegsparteien sechs oder mehr würfeln, wird ein Schloss des Gegners geschlagen. Die "Angriffs"-/"Verteidigungspunkte" erhält man durch Spezialkarten. Diese bekommt man, wenn es einem Spieler am Ende seiner militärischen Phase gelungen ist, ein Gebiet zu erobern. Darüber hinaus erhält der Verteidiger einen zusätzlichen "Verteidigungspunkt", wenn sich auf seinem Gebiet eine Kathedrale befindet. Kann der Angreifer das Gebiet erobern, so darf er es gratis mit einem Schloss aus seinem Vorrat sichern.

Verlag: Editrice Giochi, Autor: nicht genannt, Alter: ab 14 Jahre/Erwachsene, Spieldauer: 90 bis 120 Minuten, Anzahl 4 Personen, Preis: rund 64 Franken 


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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