"Bananas": Das Ding mit dem "Affenschmatz"
"Goldsieber" mausert sich. Brachte der Fürther Verlag im letzten Jahr ein sehr beachtliches Einsteigerprogramm an Erwachsenenspielen auf den Markt, so legte er im zweiten Jahr seines Bestehens mit den "Maxis in der Minibox" eine aus vier Spielen bestehende Serie auf, die sich vor allem an Familien mit Kindern widmet, der soeben erst die ersten Schulklassen absolviert haben. "Goldsieber" tritt dabei den Beweis an, dass a) Spiele für Kinder "und" Erwachsene vom Spielablauf und - mechanik her für die eine oder andere Gruppe beileibe nicht reizlos sein müssen und b) trotz ansprechendem Material durchaus zu einem vernünftigen Preis auf den hartumkämpften Spielemarkt kommen können. Wenn an dieser neuen Spieleserie etwas zu beanstanden gibt, dann ist es sicherlich die überdimensionale Kistengrösse. Eine halb so grosse Spieleschachtel hätte es ebenso getan; von "Maxis in der Minibox" kann zumindest diesbezüglich nicht die Rede sein.
Alle gegen einen
"Bananas" heisst eines dieser vier Spiele und ist thematisch in der Dschungelwelt angesiedelt. Dort kämpft Georg Gorilla gegen drei vorwitzige Schimpansen, die fortwährend versuchen, Georgs Bananenlager zu plündern. Als Autor zeichnet Johannes Tranelis (u.a. "Sauerbaum"), verantwortlich, dessen Spiele sich zumeist durch ein kooperatives Element auszeichnen. So auch "Bananas". Zu Beginn des Spiels werden 18 Bananen auf die Lager verteilt und die vier Figuren auf die noch unbesetzten der 20 Felder gesetzt. Es beginnt der jüngste "Schimpanse"; zwischen zwei Schimpansen ist jedoch jedes Mal der Gorilla an der Reihe. Der Spieler würfelt und zieht seinen Primaten die entsprechende Anzahl Felder weiter. Die Zugrichtung ist beliebig. Während der Gorillaspieler jedes mal seinen Menschenaffen ziehen muss, sind die Schimpansenspieler nicht an einen gewissen Schimpansen gebunden.
Kuss kippt Gorilla
Zieht ein Affe auf ein Bananenfeld, so darf er die Bananen nehmen und vor sich ablegen. Kommt er hingegen auf einem Feld zu stehen, wo bereits ein anderer Affe steht, so muss er noch einmal würfeln und weitergehen. Zieht ein Schimpanse auf ein Feld, auf dem Georg Gorilla steht, so bekommt dieser vom Schimpansen einen "Affenschmatz" verpasst, das heisst, der Gorilla wird umgekippt. Georg darf in der nächsten Runde nur aufstehen, aber nicht ziehen. Doch auch Georg kann seinerseits Schrecken unter den Schimpansen verbreiten. Zieht er nämlich auf ein Feld, wo schon ein Schimpanse steht, so wird dieser von ihm auf einen Baum gejagt und - erst wieder befreit, wenn ein anderer Schimpanse auf dem Feld vorbeizieht. Befinden sich alle drei Schimpansen auf den Bäumen, so bekommt Georg eine Extrabanane geschenkt. Es gewinnt die Partei, welche zuerst neun Bananen gesammelt hat. Übrigens spielt sich "Bananas" nicht erst ab vier Spielern, sondern schon zu zweit gut. Dabei übernimmt ein Spieler die Schimpansen, ein anderer den Gorilla. Der Spass bei diesem (würfel-)glückbetonten und turbulenten Spiel bleibt dabei gleich gross.
Verlag: Goldsieber Spiele, Autor: Johannes Tranelis, Alter: ab 7 Jahren/Erwachsene, Dauer: 15 bis 20 Minuten, Anzahl: 2 bis 4 Personen, Preis: rund 20 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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Ilgenweg 8, CH-8370 Sirnach. Update: 08.04.2004