"Capone": Ein Ärgerspiel, das Freude macht

Als "Capone" vor einigen Jahren unter dem Titel "Mafioso" beim englischen Verlag Caspar Games herauskam, war es eines der ersten "gemeinen" Spiele und somit gewissermassen ein Exot unter den damals gängigen Gesellschaftsspielen. Dem Spieleverlag "Amigo" kommt nun der Verdienst zu, das schon längst vergriffene, und in Sammlerkreisen sehr gesuchte Spiel, neu aufgelegt zu haben.

Ein gutes Spiel, aber...

Das Spiel weiss zu gefallen, verfügt es doch nebst einem funktionierenden Spielmechanismus, der auf geschickte Weise Glücks-, Strategie- und Bluffelemente kombiniert, auch über schönes und dauerhaftes Spielmaterial und eine das Auge ansprechende Grafik. Dennoch muss bei diesem Spiel eine gewichtige Einschränkung gemacht werden: es kann nur mit Leuten gespielt werden, die ohne mit der Wimper zu zucken austeilen und einstecken können. Mischen jedoch Leute bei einer Partie "Capone" mit, die gegenüber jedwelcher Gemeinheit empfindlich reagieren, so sollte man lieber die Finger davon lassen.

Qualitäten als Geldwäscher gefragt

In "Capone" vertritt jeder Spieler einen Mafiaclan im Amerika der 30er Jahre. Ziel ist es, als erster eine Million zu scheffeln und zu "waschen". Zu Beginn erhält jeder Spieler ein Familienfoto, je acht grosse (Familienmitglieder) und kleine (Leibwächter) Spielsteine, ein Marker und 100 "Riesen". Ein Spieler betreut die Bank. Jeder Mafiaclan bekommt fünf, resp. vier (bei sechs Spielern) Aktions-, bzw. Geschäftskarten. Diese bestimmen, ob ein Clan ein legales oder illegales Geschäft eröffnet, oder einem "Mitbewerber" das Nachsehen gibt. Wer mit seinen Karten nicht zufrieden ist, kann vor Beginn der Runde eine beliebige Anzahl umtauschen. Die Restkarten werden auf die Seite gelegt. Der erste Spieler spielt eine Karte für ein "illegales Geschäft" aus. Die Karte bestimmt, wieviel ein Spieler im Minimum investieren muss. Er tut dies, indem er eine oder mehrere Mitglieder seines Clans in das vorgegebene Geschäft setzt. Die Gangster haben verschiedene Werte: der "Don" (100000) den höchsten, die Bodyguards (5000) den niedrigsten. Kann der Spieler die Position bis zum Ende eines Spieljahres halten, so bekommt er seinen Einsatz von der Bank ausbezahlt. Doch so einfach ist das nicht. Denn jedes illegale Geschäft ist sowohl zwei mal auf dem Spielplan und vier mal als Karte vorhanden. Die Mitspieler können nun - vorausgesetzt, sie haben die gleiche Karte - ein unbesetztes Geschäft einnehmen, oder einen Rivalen beseitigen. Aktionskarten, von den "lieben" Mitspielern im ungünstigsten Moment ausgespielt, erschweren die "Arbeit" zusätzlich. Aber Rache ist ja bekanntlich süss...

Verlag: Amigo, Autor: Mark Caines, Alter: ab 14 Jahren, Dauer: 60-90 Minuten, Anzahl: 3-6 Personen, Preis: etwa 50 Fr.


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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