„Carcassone“: Fintenreiches Legespiel der Extraklasse
Es gibt sie, die Spiele, denen man schon nach wenigen Zügen ihr grosses Potential anmerkt. Und zwar in Bezug auf Spielspass, Wiederspielreiz und Absatzchancen. Kommt noch ein günstiger Preis, eine optisch schöne Aufmachung (Illustration: Doris Mathäus) und eine leicht verständliche Spielregel hinzu, so ist das Spielerglück perfekt. Wie eben bei „Carcassone“, einem Legespiel aus dem Hause „Hans im Glück“, das jüngst an der „Spiel 2000“ in Essen das Licht der Spielewelt erblickte. In „Carcassone“ schlüpfen die zwei (sehr strategischer Spielverlauf) bis fünf Spieler (höherer Glücksfaktor) abwechslungsweise in die Rollen von Rittern, Bauern, Wegelagerern und Mönche. Ziel eines jeden ist es, Landschaftsplättchen so zu legen und mit seinen Figuren zu besetzen, dass man möglichst viele wertvolle Städte (Ritter), Strassen (Wegelagerer) Klosterländereien (Mönch) und Weiden (Bauern) komplettiert und sein eigen nennt. Denn dafür gibt es Punkte und wer am meisten davon hat, gewinnt das Spiel. Wer als erster am Zuge ist, zieht eines der verdeckt liegenden Kärtchen und legt es das Startkärtchen an. Anschliessend kann er eine seiner Figuren auf das eben gelegte Kärtchen platzieren. Stellt er es auf die Weide, so ist es ein Bauer, platziert er ihn in der Stadt ein Ritter etc. Wird nun einer dieser Bereiche, zum Beispiel eine Stadt, durch das letzte Stadtmauerteil geschlossen, so kriegt der Spieler, der als erster in ihr seinen Ritter platziert hat, die volle Punktzahl gut geschrieben (Anzahl Kärtchen mal eins oder zwei plus Bonuspunkte), während alle anderen leer ausgehen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Da man die Figur setzen muss, wenn man das Kärtchen gelegt hat, weiss man oft nicht, ob, respektive wie schnell komplettiert werden kann, weil die Konkurrenz sicherlich den Teufel tun wird, an dieser Strasse, Stadt etc. mitzubauen. Manchmal ist es aber nicht anders möglich, da Legezwang herrscht. Soll ich die Burg noch ausbauen oder abschliessen, bevor jemand mir die Chance verbaut? – so, oder ähnlich stellt sich einem ständig die Frage. Auch für unvollständige Gebiete gibt es noch Punkte – allerdings nur die Hälfte. Da das Spiel schnell gespielt ist, zieht es oft auch noch eine zweite Partie nach sich. Denn oft entdeckt man während des Spiels Dinge, die man das nächste Mal besser machen möchte. Da auch das Glück eine Rolle spielt, ist das taktische Legespiel nicht nur für Spielefreaks, sondern durchaus auch für Familien mit grösseren Kindern geeignet. Für mich ist „Carcassone“ deshalb schon jetzt ein heisser Tipp für die Nominierungsliste „Spiel des Jahres 2001“. Wer gerne spielt, kommt um “Carcassone“ fast nicht herum.
Verlag: Hans im Glück, Autor: Klaus-Jürgen Wrede, Alter: ab 10 Jahren, Spieldauer: 30 bis 45 Minuten, Spieler: 2 bis 5 Personen, Preis: rund 30 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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