"Die Mauer": Ästhetikgenuss vom Allerfeinsten

Keine Kompromisse geht Thomas Fackler bei der Fertigung seiner Spiele ein. Seine ebenso luxuriösen wie faszinierenden Brettspiele "Die Oper der schwarzen Spiegel" oder "Die Abtei der wandernden Bücher" sind nicht nur wegen ihres Preises von rund 2400, bzw. 2900 Mark, der liebevoll-perfekten Fertigung und der limitierten Auflage, sondern auch wegen des hohen Spielspasses in der Spielewelt so etwas wie "K2" und "Mount Everest" in einem. Jeder Spieler hätte gerne so ein Prachtexemplar, doch nur wenige können sie sich auch leisten. Doch nun gibt es auch einen relativ billigen "Fackler". Er heisst "Die Mauer" und schlägt pro Nase mit 80 Mark zu Buche. Wer die Spieleschachtel das erste Mal in der Hand hält, wird von ihrem Gewicht überrascht sein, zumal sie nicht gerade riesig (7 x 7 x 3,8 Zentimeter) ist. Doch der Inhalt hat es in sich. Eine wunderschön gestaltete und gut verständliche Spielregel wird von sieben, speziell gefrästen und behandelten Eisenteilen begleitet, die sich in einer schmucken Filzschachtel befinden. Stück für Stück ein ästhetischer Genuss. Jeder Spieler bekommt so ein Set, das aus je einem Einer-, Zweier-, Dreier-, Vierer- und Fünferteil sowie je einem Turm und einem Tor besteht. Ziel eines jeden ist es, seinen Bausatz möglichst schnell zu verbauen. Ist jemand fertig, so zählen die Mauerteile die man noch in der Hand hält, minus. Die Teile dürfen an beide Enden der Mauer angebaut werden. Dabei muss jedoch auf die Bauordnung Rücksicht genommen werden. Diese besagt, dass sich Türme und Tore stets abwechseln und sich zwischen Turm und Tor mindestens ein anderes Mauerteil befinden muss. Ein Spieler wird zum ersten Bauherrn erkoren. Er nimmt ein Mauerteil in die Hand und legt die Faust auf den Tisch; alle anderen tun es ihm nach. Hat der Bauherr als einziger zB. ein Fünferteil in der Hand, so darf er es setzen. Hat sich jedoch ein anderer, resp. andere Spieler auch für dasselbe Teil entschieden, so dürfen sie anstelle des Bauherrn bauen. Danach ist der nächste Spieler als Bauherr an der Reihe usw. Das Spiel lebt zum einen vom Mechanismus "Ich denke, dass du denkst, dass ich denke" und ist wegen der wenigen, Regeln schnell einmal verstanden. Da dieses Bauspiel nicht nur spielerisch, sondern auch optisch und haptisch zu überzeugen weiss, kann jedem Spielfreund, der nicht all zu knapp bei Kasse ist, geraten werden, sich das Spiel zu kaufen. Allerdings sollte er schon vier bis fünf Sets auf einmal nehmen, wenn er nicht viele Leute kennt, die das Spiel bereits besitzen, da "Die Mauer" vor allem bei vielen Spielern ihren vollen Spielreiz entfaltet. Wer 500 Franken erübrigen kann, der tut einen guten Griff, zumal es sich bei der "Mauer" nicht nur um eine ebenso einfache wie ausgereifte Spielidee handelt, sondern auch um einen Ästhetikgenuss.

Autor: Thomas Fackler, Vertrieb: Thomas Fackler, Im Anger 15, D-86482 Aystetten, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: 10 Minuten pro Runde, Anzahl: 2 bis 8 Personen, Preis: Pro Set 80 Mark; 2 Spieler benötigen drei Sets.


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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