Faites vos jeux erschienen in der Neue Zürcher Zeitung in LEBENSART
Tierisch spannende Spiele für schlaue K(n)öpfe
fsi . «Zicke Zacke Hühnerkacke»: Allein der Name der zum Kinderspiel des Jahres 1998 gekürten Memory-Variante von Klaus Zoch ist ein Knüller. Und das Spiel hält, was der freche Kinderreim verspricht. Es spielt sich sehr rasant und ist lustig gestaltet mit hölzernen Figuren sowie Eiern und Memory-Karten aus Karton.
Zwei bis vier Hühner umkreisen auf einem Eier-Parcours den Hühnerhof und versuchen dabei, einander zu überholen. Die Langsameren müssen ihre Schwanzfeder den Schnelleren abgeben. Sieger ist das Federvieh, das am Schluss sämtliche Federn am eigenen Bürzel stecken hat, während die Verlierer buchstäblich als gerupfte Hühner dastehen. Bei jeder Spielrunde wird der Eier-Parcours neu gelegt. Dieser besteht aus zwölf Bildpaaren mit Szenen aus dem Hühnerhofalltag; da gibt es ein frisch geschlüpftes Kücken, eine leckere Raupe und einen Wurm in einem Stück Altbrot, einen eierfressenden Igel, eine ausgerupfte Feder oder den Osterhasen, der ein Ei bunt bemalt. Die Motive wiederholen sich auf einem Dutzend eckiger Kärtchen, die in der Mitte des Hühnerhofes verdeckt abgelegt werden und gleichsam der Treibstoff der Rennteilnehmer sind. Wer am Zug ist, muss die richtige Memory-Karte zum vor ihm liegenden Ei aufdecken, um einen Schritt vorzurücken. Es dürfen so viele Schritte gemacht werden, wie der Spieler richtige Kärtchen aufdeckt. Und weil Kinder in der Regel wahre Gedächtnisakrobaten sind, sind sie bei «Zicke Zacke Hühnerkacke» gegenüber erwachsenen Mitspielern (die an dem vergnüglichen Rennen ebenso ihren Spass haben) mehr als gleichberechtigt.
Ebenfalls auf Memory-Basis aufgebaut sind «Petri» und «Einfach tierisch!». Bei «Petri» gilt es, nach Vorgabe von zwei Würfeln aus 25 Bildkärtchen den richtigen Fisch zu angeln, ohne einen der vielen alten Stiefel aus dem Wasser zu ziehen. Die einmal geangelte Beute ist indes noch lange nicht im trockenen; man kann den gewürfelten Fisch oder mit dem entsprechenden Pech einen Stiefel und damit einen Minuspunkt auch aus der Angelkiste der Mitspieler holen. Dies ist eine reizvolle Erschwernis, denn so muss man sich sowohl die Lage der Fisch- und Stiefelkärtchen in der Tischmitte als auch jene der bis zu vier Mitspieler merken. In «Einfach tierisch!» springen bunte Känguruhs auf variablen Wegen durch einen Zoo, über welchen 20 Steine mit verdeckter Angabe von Tiereigenschaften wie «lebt am Wasser», «kann gut klettern» oder «hat Krallen» verteilt sind. Das Ziel ist es, solche Eigenschaften zu finden, die einer zuvor gezogenen Tierkarte zugeordnet werden können. Insgesamt stehen 30 Karten zur Verfügung. Je besser die Spieler die jeweiligen Tiere kennen, desto grösser sind die Gewinnchancen. Und je öfter die Kinder «Einfach tierisch!» spielen, desto mehr werden sie über einheimische und exotische Tiere wissen: ein Spielspass mit Lerneffekt, der allerdings erste Lesekenntnisse voraussetzt.
Eher an die Kleineren richtet sich «Hamsterbacke» aus dem für die liebevolle Gestaltung seiner Spiele bekannten Haba-Verlag. Hier ziehen bis zu vier Hamster nach Vorgabe eines Würfels um eine kreisrunde Bahn und sammeln hölzerne Nüsse und Karotten für den Winter. Mit etwas Glück, das heisst, wenn man auf ein Feld mit der Farbe der eigenen Figur kommt oder mit der Figur eines Mitspielers zusammentrifft, kann man ein Vorratssäckchen mit dem dreifachen Wert von Nüssen und Rüben in seinen Bau schleppen. Strategie und wechselnde Allianzen spielen hier keine Rolle, so dass auch Kleinkinder mitmachen können, zumal sich die Figuren, der Würfel und die Sammelgüter auch von tapsigen Patschhändchen gut greifen lassen.
Ebenfalls für kleine aber auch für grosse Kinder eignet sich «Papillon». Bei diesem Geschicklichkeitsspiel geht es darum, drei hölzerne Schmetterlinge so auf eine Wiesenscheibe zu katapultieren, dass sie oben bleiben. Die Scheibe ruht allerdings auf einem runden Sockel und kippt, sobald die im Ziel gelandeten Geschosse ein gewisses Ungleichgewicht verursachen. Deshalb besteht nie ein Grund, sich auf den Sieg zu freuen, ehe man wirklich alle drei Sommervögel im trockenen hat. Ein missgünstiger Konkurrent kann nämlich jederzeit versuchen, die Kartonwiese zum Kippen zu bringen. Das führt in wenigen Fällen zu kleinen Streitereien, meist aber zu grossem Gelächter in der Spielrunde.
«Zicke Zacke Hühnerkacke»: Merkspiel von Klaus Zoch für 2 bis 4 Junghühner ab 4
Jahren. Zoch-Verlag, Spieldauer rund eine Viertelstunde, Preis etwa 65 Fr. «Einfach
tierisch!»: Lern- und Merkspiel für 2 bis 4 Spieler ab 7 Jahren von Alexandra Cordus,
Monika Gohl und Maria Soecknick. Verlag Ravensburger, Spieldauer etwa 20 Minuten, Preis
rund 35 Fr.
«Petri»: Merkspiel von Jürgen Heel für 2 bis 5 Angler ab 6 Jahren. Verlag Amigo,
Spieldauer 20 Minuten, Preis etwa 12 Fr.
«Hamsterbacke»: Würfelspiel von Dieter Gebhardt für 2 bis 4 Kinder ab 4 Jahren. Verlag
Haba, Spieldauer rund 15 Minuten, Preis ungefähr 45 Fr.
«Papillon»: Geschicklichkeitsspiel von Haim Shafir für 2 bis 4 Kinder ab 4 Jahren.
Verlag Amigo, Spieldauer ungefähr eine halbe Stunde, Preis rund 35 Fr.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Alois Feusi im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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