“Elchfest” besteht den Elchtest nicht
Es gibt sie immer wieder: die unscheinbare Spielchen, die sich nach der ersten Partie als veritabler Renner entpuppen. Leider ist auch oft das Gegenteil der Fall: Eine ansonsten überdurchschnittliche Verlagsreihe bringt einen Flopp hervor. Der Kosmos-Spielegalerie ist ein solcher mit “Elchfest” beschieden. Sicherlich: Das Geschicklichkeits-Spiel kommt nicht mit dem Anspruch daher, Spielefreaks stundenlang fesseln zu wollen. Doch der “tierische Spagat”, den der Untertitel verspricht, ruft nicht einmal bei Gelegenheitsspielern oder “Familien mit Kind” ein lang anhaltendes Interesse hervor - und für diese Zielgruppe wurde “Elchfest”, nun mal konzipiert. Das Fazit sei der Besprechung für einmal hier schon vorweg genommen: “Elchfest” besteht den spielerischen Elchtest nicht. Die Idee ist ebenso wenig originell wie die Spieltiefe bescheiden und der Wiederspielreiz kümmerlich. Das Material - alle Figuren sind aus Holz - ist zwar hochwertig und die Verarbeitung in Ordnung, jedoch füllt es die Zwei-Personen-Kartenspielschachtel aus dem Hause Kosmos nicht einmal zur Hälfte. Doch um was geht es bei “Elchfest”? Jeder Spieler erhält zu Beginn einen Elch, je ein Uferstück und drei graue, runde Felsensteine. Beide Spieler legen die Uferstücke vor sich auf einen ebenen Tisch. Die Distanz ist beliebig, wobei das Spiel länger dauert, je grösser die Entfernung ist. Jeder Spieler stellt seinen Elch auf sein Ufer und legt die drei Felsen daneben. Der jüngere Spieler beginnt und schnippt einen seiner drei Felsen so, dass dieser vor dem eigenen Ufer so liegen bleibt, dass der eigene Elch ihn mit den Vorderhufen erreichen kann. Danach ist der andere Spieler an der Reihe und darf zwei Mal Schnippen. Dies gilt im übrigen für den weiteren Spielverlauf für beide Spieler. Sobald alle sechs Steine im Spiel sind, dürfen beide Spieler alle Steine fürs Vorwärtskommen benutzen. Vor, nach und während des Felsenschnippens darf der Spieler, der an der Reihe ist, seinen Elch versetzen, wobei eine Versetzung nur dann erfolgreich ist, wenn das Tier mit den Hufen auf den Felsen stehen bleibt. Kippt ein Elch hingegen, sei es durch eigene Ungeschicklichkeit bei Setzen oder beim Schiessen, so wird er wieder aufgestellt und der Zug des Spielers ist sofort zu Ende. Und was arg ist: Sein Konkurrent hat beim nächsten Zug drei Schnippversuche. Das Spiel endet, sobald ein Elch das gegenüberliegende Ufer erreicht.
Verlag: Kosmos-Spielegalerie, Autor: Hermann Huber, Alter: ab 8 Jahren, Spieldauer: 15 Minuten, Spieler: 2 Personen, Preis: ca. 20 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 03.10.2001