Spielebesprechung erschienen im St. Galler Tagblatt
«Elfenland» zum «Spiel des Jahres» gewählt
Das Spiel des Jahres 1998 heisst "Elfenland". Das im Fantasyland angesiedelte Familienspiel war vielleicht für viele nicht "der" Topfavorit, tauchte jedoch immer auf, wenn Experten nach den drei, vier zu favorisierenden Titeln befragt wurden. Somit ist "Elfenland" ein verdienter Sieger, der sowohl bei Familien- als auch Erwachsenenrunden gut ankommen dürfte. 2 bis 6 Elfen bemühen sich darum, in vier Runden möglichst viele der 20 Dörfer von Elfenland zu besuchen. Für jeden Besuch gibts einen Ortsstein in der Farbe der Spieler; es sind also 20 Punkte erreichbar. Doch einfach ist das nicht. Denn Elfenland präsentiert sich als ein Land mit abwechslungsreicher Topographie. Da gilt es Flüsse zu befahren, Gebirge zu bewältigen, Wälder zu durchstreifen etc. Klar, dass man da nur mit dem geeigneten Transportmittel schnell voran kommt. Von diesen gibt es sieben: Riesenwildschwein, Elfenrad, Drache, Einhorn, Trollwagen, Magische Wolke und Floss. Jedes Transportmittel kann nur beschränkt eingesetzt werden. Während das Wildschwein sich nur im Wald und der Ebene wohl fühlt, können Drache und Trollwagen auf der Ebene, im Wald, in der Wüste und im Gebirge eingesetzt werden. Flüsse und Seen können nur mit dem Floss befahren werden. Zu Beginn erhalten alle acht Reisekarten, welche die Transportmittel und die Anzahl der je nach Geländeform zu bezahlenden Karten festhält. Möchte also ein Elf per Drache durch die Wüste ziehen, so kostet es ihn eine Einhornreisekarte. Danach dürfen alle ein Transport-Plättchen verdeckt und drei offen ziehen und vor sich ablegen. Jeder Spieler weiss also nur über drei der vier Transportmittel eines jeden Bescheid. Dann fängt der Älteste an. Er nimmt eines seiner Transportmittel und legt es auf eine Strecke, danach folgt der zweite usw. Die Legephase endet wenn a) entweder keine Transportmittel mehr verfügbar sind oder b) alle Spieler reihum einmal gepasst haben. Danach wird gezogen. Von der Elfenhauptstadt Elvenhold aus versuchen nun alle durch geschicktes Ausspielen ihrer Karten möglichst weit zu kommen. Das Gemeine ist, dass viele Spieler auch gerne einmal ein teures Transportmittel in eine dafür ungeeignete Gegend setzen, um somit den Konkurrenten das Vorankommen zu erschweren. Und wird dann auf ein teures Transportmittel noch ein Hindernis gelegt, dann wirds langsam verzwickt. Die Kunst bei Elfenland besteht darin, die Transportmittel so zu setzen, dass die Konkurrenten nicht zu früh den Braten riechen und dazwischen pfuschen. Spannung verspricht die Profivariante. Hier ziehen alle vor dem Start einen Heimatort, bei dem sie am Ende der vierten Runde wieder sein sollten. Denn für jeden Ort, den sie am Schluss von ihrem Heimatort entfernt ist, wird ein Ortsstein abgezogen.
Verlag: Amigo, Autor: Alan R. Moon, Dauer: 60 bis 75 Minuten, Anzahl: 2 bis 6 Personen, Preis: ca. 59 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christoph Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 08.03.1999