"Fiasko": Wer zuviel will, bekommt nichts

Bei "Fiasko" geht es darum, hohe Warenberge zu stapeln, d. h., möglichst viele Karten von jeder Essware (Milch, Gurken, Tomaten, Mais und Fisch) zu sammeln. Von diesen Waren gibt es insgesamt 80 Karten mit verschiedenen Werten. Das Kartenspiel ist einfach und basiert einfach auf der Berechnung, dass die Spieler desto gieriger werden, je näher sie dem grossen Ziel (nämlich viele Punkte zu machen) kommen. Ist dann auf einmal alles futsch, freuen sich die "lieben" Mitspieler ganz besonders... Wer an die Reihe ist, muss eine Karte vom Stapel ziehen oder eine Ware anmelden. Wer eine Warenkarte zieht, nimmt sie einfach auf die Hand und der Nächste ist dran. Zieht er jedoch eine der sechs Fiaskokarten, so bringt er seinen Warenberg zum Einsturz; er muss also seine bis anhin gesammelten Karten auf den Ablagestapel werfen und neu anfangen. Das Gegenstück zur Fiaskokarte bilden die beiden Ätschkarten. Wer eine solche zieht, darf sich freuen, denn nun verlieren alle ihre Karten – nur er nicht! Wer eine Ware anmelden möchte, legt alle Karten offen ab. Zuerst zählt er alle Werte der zu wertenden Warengruppe zusammen und multipliziert sie anschliessend mit der Gesamtzahl aller abgelegten Karten. Diese Zahl wird dann gutgeschrieben und die Karten kommen auf den Ablagestapel. Eine Partie endet, sobald jemand alle fünf Waren angemeldet hat. Doch gewonnen muss er deswegen noch lange nicht haben. Zwar erhält der "Schlussmacher" für seine Aktion 20 Extrapunkte gutgeschrieben, doch diejenigen, die in einer Warengruppe die höchste Punktzahl erreicht haben, erhalten genau so viel. Es ist also möglich, zu den normalen Zählern noch 120 Extrapunkte einzuheimsen! Man sollte deshalb also nicht nur auf sich selbst schauen, sondern immer mal einen Blick auf den Zwischenstand werfen, um herauszufinden, wo sich "volles Risiko" eventuell noch lohnt. Die Wartezeiten bei "Fiasko" sind kurz, die taktischen Möglichkeiten jedoch beschränkt; es kommt halt darauf an, den "richtigen Moment" zu erwischen. Das heisst: Wem das Karten(zieh)glück nicht hold ist, der hat eh keine Chance. Es ist kein Spiel für gewiefte Taktiker, sondern eins für Frohnaturen, denen es nicht ums Gewinnen, sondern ums Zocken geht. "Fiasko" eignet sich für manche Runde. Wer verliert, kann sein Abschneiden immer dem schlecht gemischten Stapel in die Schuhe schieben und wer gewinnt, kann dies locker seiner spielerischen "Intuition" zuschreiben. Den positiven Gesamteindruck trübt ein wenig die Grafik. Die Warenkarten sind noch ganz passabel, aber die Fiasko- und Ätschkarten sind in einem scheusslichen Comicstil gehalten, und lassen sich zudem nur schwer auseinander halten.

Verlag: Ravensburger, Autor: Reinhard Staupe, Alter: ab 10 Jahre, Dauer: ca. 20 Minuten, Anzahl: 2 bis 5 Spieler, Preis: ca. 13 Franken 


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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