"Galopp Royal": Gut geblufft ist halb gewonnen

Das waren Zeiten, als man sich noch im sanft wiegenden Rhythmus dahineilender Füsse durch die Gassen und Strassen von Paris, Wien oder London per Sänfte tragen lassen konnte. Was heute Taxis leisten, nämlich den schnellstmöglichen Transport von Ort A zu Ort B, war im Zeitalter der allgewaltigen Potentaten, also anfangs 18. Jahrhundert, der gesellschaftlichen Elite vorbehalten. Kein Wunder also, dass Klaus Teuber (Autor von "Siedler von Catan") seinem neuesten Spiel, "Galopp Royal" schon bei der Namensgebung eine adelige Note verleiht, geht es doch bei diesem Laufspiel darum, wer nach sechs Sänftenrennen am meisten Preisgeld erlaufen hat.

Ausgeklügelter Spielmechanismus

Mit "Galopp Royal" bringt der erst ein paar Monate alte Fürther Spielehersteller "Goldsieber" ein flottes Rennspiel für drei bis sechs Personen heraus, das auf angenehme Art Glück- und Bluffelemente in sich vereinigt. Doch nicht nur der ausgeklügelte Spielmechanismus wird "Spielratten" ab zehn Jahren anzusprechen vermögen, sondern auch das solide Spielmaterial und der schöne Spielplan, der einen Schlossgarten zeigt, in welchem, à la Versailles, kunstvolle Rabatten, Hecken und Teiche angelegt sind. Das schön gestaltete Tableau umfasst 20 Felder. Das Zieltor steht bei Beginn auf dem sechsthintersten Feld und wird mit jedem neuen Rennen um ein Feld nach hinten versetzt, bis es schliesslich vor der letzten Runde auf dem Endfeld steht.

Supersprinter oder Gurkenteam?

Jeder Spieler erhält zu Beginn 50 Dukaten. Mit diesem Kapital muss er versuchen, sich ein günstiges Team zu ersteigern. Vor jedem der sechs Rennen können alle Sänftenbesitzer ihre jeweils aus vier Trägern bestehenden Mannschaften neu ersteigern. Wird es diesmal gelingen, sich ein flottes Team zu ersteigern, oder lässt man sich wieder durch die hohen Gebote der Konkurrenz bluffen und zahlt astronomische Summen für das letzte Gurkenteam? Sollte der Fall eintreten, dass schliesslich nur ein Träger etwas taugt,, so bleibt noch die Hoffnung auf das Würfelglück. Der dreiseitige (!) Würfel entscheidet nämlich, welcher der vier Träger einer Mannschaft zum Zuge kommt. Würfelt man jetzt stets den einen guten, so hat man Glück gehabt. Oft ist jedoch das Gegenteil der Fall. Die drei Ersten eines jeden Rennens teilen das Preisgeld unter sich auf. Alle anderen gehen - bis auf den Letzten - leer aus. Dieser darf nach dem Galopp von jedem seiner Mitspieler, aber auch von sich selber, eine beliebige Karte entfernen. Dass er dabei von sich die schlechteste, von den Konkurrenten jedoch die beste Karte nimmt, dürfte klar sein. Danach dürfen alle Spieler ihre Lücke mit einer Karte vom Stapel füllen. Anschliessend wird wieder die nächste Runde mit zwei Auktionen eingeleitet.

Verlag: Goldsieber, Autor: Klaus Teuber, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: 45 bis 60 Minuten, Anzahl: 3 bis 6 Personen, Preis: rund 50 Franken 


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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