Nun hat "Amigo" eine Profivariante von "6 nimmt!" lanciert. "Hornochsen" heisst der Titel und tatsächlich finden sich auf der Schachtel dieselben Rindviecher wieder wie bei "6nimmt!". "Hornochsen" weckt also bekannte Gefühle, doch das Spiel wird alle enttäuschen, die sich eher zu den Plausch-, denn zu den Taktikspielern rechnen. Denn wer "Hornochsen" wie "6nimmt!" spielt, verliert garantiert. In der Schachtel befinden sich zwölf Sonderkarten (je sechs Verdoppelungs- und "+5-Karten") und 98 Ochsenkarten (Werte 1-98), die sich in 26 rote (Minuspunkte) und 72 grüne Karten (Pluspunkte) aufteilen. Ziel ist es, am Ende einer Partie möglichst viele grüne Ochsen zu haben. Das ist jedoch gar nicht so einfach, da die grünen Karten lediglich 82, die roten hingegen 87 Rindviecher zählen. Je nach Anzahl Spieler erhält jeder zu Beginn 10 bis 14 Ochsenkarten sowie je eine Verdoppelungs- und eine "+5"-Karte. Danach werden zwischen sieben und 15 Ochsenkarten offen in die Tischmitte gelegt und im Uhrzeigersinn angeordnet. Es wird reihum gespielt. Der ausspielende Spieler darf eine, zwei oder drei seiner Karten an die ausliegenden Karten anlegen. Dabei gilt die Regel, dass die ausgespielte Karte höher sein muss als die bisherige Endkarte einer Reihe. Ebenso muss die Zahl niedriger sein, als die Endnummer der im Uhrzeigersinn linken Nachbarreihe. Es darf an verschiedene Stapel angelegt werden. Wer allerdings die fünfte Ochsenkarte an eine Reihe legt, muss die Reihe nehmen und vor sich ablegen. Eine besondere Regel kommt beim Ausspielen von "zu niedrigen" Handkarten zur Anwendung. Kann ein Spieler zum Beispiel eine "2" nicht legen, weil die niedrigste Reihe zB. mit einer "6" fortgesetzt wird, so kann der Spieler seine "2" auf die höchste Karte, zB. die "94", legen. Nun muss diese Reihe mit niedrigen Karten fortgesetzt werden. Auch die Sonderkarten haben es in sich, denn sie zählen nicht zu den fünf Ochsenkarten, können jedoch an diese angelegt werden, womit eine Reihe bis zu sieben Karten zählen und dementsprechend viele Plus-, respektive Negativpunkte einbringen kann. "Hornochsen" ist ebenso taktisch wie empfehlenswert; ein Kartenspiel, das auch nach einer ersten, intensiven Spielphase, immer wieder einmal auf dem Spieltisch landen dürfte. Allerdings sollte man es nicht unbedingt in der Maximalbesetzung spielen, denn wenn viele Grübler am Tisch sind, wird es doch zäh wie Kaugummi. Auch Leuten, die aufgrund von Namen und Aufmachung einen lockeren Nachfolger von "6nimmt!" erwartet haben, sei geraten, vor dem Kauf erst einmal eine Probepartie zu spielen, denn "Hornochsen" verlangt eindeutig mehr taktisches Fingerspitzengefühl als man auf den ersten Blick vermutet. Christof Lampart
Verlag: Amigo, Autor: Wolfgang Kramer, Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten, Anzahl: 2 bis 6 Personen,
Preis: ca. 13 FrankenMit freundlicher Genehmigung von Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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