Land unter“: Wenn aus Vögeln Schweine werden
1997 kam das Kartenspiel „Zum Kuckuck!“ heraus. Ein durchdachter, jedoch nicht komplizierter Mechanismus und eine nette Comic-Graphik sollten ihm zum Erfolg verhelfen. Doch das Spiel floppte. Zwar gab es fast keinen, der das Spiel schlecht fand, doch die kindliche Graphik hielt Spieler, die nichts um die Qualität des Spiels wussten, vom Kauf ab, so dass das Spiel bald gestrichen wurde. Doch nun feiert es unter dem Namen „Land unter“ eine Auferstehung. Das Spielprinzip ist das Selbe, doch die Graphik (ertrinkende Schweine und Rettungsringe statt Kuckucks, Kakadus und Nester) wirkt witziger und erwachsenengerechter als diejenige der Erstauflage. Und siehe da: Schon landet das Spiel auf der Auswahlliste „Spiel des Jahres 2001“. Die 60 Wetterkarten (Werte 1 bis 60) werden gemischt und je zwölf an die Spieler verteilt. Auch 24 Wasserstandskarten werden gemischt und als verdeckter Stapel auf den Tisch gelegt. Nun schaut jeder nach, wie viele Rettungsringe er auf seinen zwölf Karten hat (es gibt Karten ohne, mit halben oder mit ganzen Rettungsringen, wobei gute Karten keine, schlechte dafür immer Rettungsringe haben) und erhält die entsprechende Zahl an Rettungsringen, die er offen vor sich ablegt. Dann werden vom Wasserstandkarten-Stapel die obersten zwei Karten – zum Beispiel die „8“ und die „10“ - aufgedeckt. Nun legen alle eine Karte verdeckt vor sich ab und decken gleichzeitig auf. Wer die höchste Karte, zB. die „59“ ausgespielt hat, muss nun die niedrigere Wasserstandskarte, also die „8“, wer die zweithöchste Karte gespielt hat, muss die „10“ nehmen und offen vor sich ablegen. Dann wird geschaut, wer nun insgesamt die höchste Wasserstandskarte vor sich liegen hat. Dabei kommt es durchaus vor, dass dies nicht die Person ist, die soeben die „10“ nehmen musste, sondern vielleicht jemand, der nicht die „8“ gekriegt hat und auf einer „11“ hocken geblieben ist. Diese Person muss dann einen ihrer Rettungsringe umdrehen. Dies kann sie so lange tun, bis sie keinen Rettungsring mehr hat; dann schwimmt das „Schwein“ zwar noch, ertrinkt aber, falls es noch einmal einen Ring umdrehen müsste. Nach zwölf Runden endet ein Durchgang, wobei so viele Durchgänge gespielt werden, wie Spieler mit von der Partie sind. Jeder übrige Rettungsring gibt einen Pluspunkt, wer ertrunken ist kassiert noch einen Minuspunkt. Dann startet die nächste Runde. Der Clou ist, dass man die ausgespielten Karten zur Seite tut und diese, inklusive Rettungsringe, am Ende eines Durchgangs an seinen rechten Nachbarn weiter reicht. Es spielen also alle Spieler mit jedem Blatt. „Land unter“ ist als Taktikspiel für Familien- wie auch für reine Erwachsenenrunden geeignet und ist für mich eines der besten Kartenspiele dieses Jahrgangs.
Verlag: Berliner Spielkarten, Autor: Stefan Dorra, Alter: ab 10 Jahren, Spieldauer: 20 bis 40 Minuten, Spieler: 3 bis 5 Personen (am besten bei 5!), Preis: rund 15 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 03.10.2001