Erschienen im St. Galler Tagblatt
"Mit List und Tücke": Ärgerspiel ohne SuchtfaktorKlaus Palesch hat sich mit Kartenspielen wie "Sticheln" oder "Hattrick" einen guten Namen geschaffen. Nun legt er nach: "Mit List und Tücke" heisst sein neustes Stichspiel. Sind es weniger als sechs Spieler, so kommen einige Karten aus dem Spiel, die restlichen werden verteilt. Insgesamt sind 84 Karten (je die Werte 1 bis 21 in vier Farben) im Spiel. Ziel ist es, nach sechs Partien möglichst viele Pluspunkte zu haben. Diese erhält man, indem man möglichst viele Karten von zwei Farben sammelt; die anderen beiden Farben muss man hingegen meiden, zählen sie doch als Divisor. Ein Beispiel: Peter hat bei Spielende sieben blaue und zehn rote Karten; er multipliziert diese Karten nun und erhält 70. Hat er nun noch je zwei grüne und gelbe Karten so zählen diese als Divisor, womit Peter (70 durch 4), abgerundet, lediglich 17 Punkte erhält. Doch wie kommt man zu den Karten? Der Startspieler bestimmt, welche Farbe Trumpf ist, allerdings muss Trumpf nicht bedient werden. In einem Stich dürfen bis zu drei Farben liegen; die vierte darf unter keinen Umständen gespielt werden, denn die Partie endet sofort, wenn ein Spieler nur noch die vierte Farbe auf der Hand hat. Hat jeder eine Karte gespielt, so wird der Stich ausgewertet. Der Spieler, der den höchsten Trumpf gespielt hat, darf bei sechs Spielern sich drei Karten aussuchen; der Spieler, welcher die niedrigste Fremdfarbe gespielt hat, darf, respektive muss die restlichen drei Karten nehmen. Dabei gilt die Regel, dass bei einem gleichen Wert die zuerst gespielte Karte sticht. Liegt also bereits eine zwei als niedrigste Karte, so muss der nächste Spieler schon eine eins ausspielen, um die restlichen Karten auf sicher zu haben. Wird hingegen, eine reine Trumpfrunde gespielt, so darf nur der Spieler, der den höchsten Trumpf gegeben hat, drei Karten aussuchen, die anderen Karten kommen aus dem Spiel. Eine Runde immer durch den eröffnet wird, der in der Runde zuvor den Rest nehmen musste. Sobald ein Spieler eine vierte Farbe nehmen muss, muss er sich entscheiden, welche beiden Farben er als Divisor verwenden möchte. Da alle Karten offen und schön sortiert vor den Spielern ausliegen, weiss jeder, welche Karte bereits gespielt wurde, respektive, welche Karte die anderen Spieler sammeln. Fazit: Bei "Mit List und Tücke" ist der Mechanismus gewöhnungsbedürftig und wenn jemand anfängt, jede Eventualität ausloten zu wollen, dann kann man in der Zwischenzeit ruhig mal einen Kaffee trinken gehen, bis man wieder an der Reihe ist. Flott gespielt, ist "Mit List und Tücke" jedoch ein überdurchschnittliches Stichspiel; an seinen grossen Bruder "Sticheln" reicht seine Klasse jedoch ganz klar nicht heran.
Verlag: Berliner Spielkarten, Autor: Klaus Palesch, Spieldauer: 60 (4 Spieler) bis 120 Minuten (6) (Schachtelangabe von "ca. 30 Minuten" ist schlicht irreführend), Spieler: 4 bis 6, Preis: ca. 15 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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