"Looping Louie": Zu brutal für Fünfjährige?

Früher, es ist schon fast schon ein Jahrzehnt her, stand das Kürzel "MB" für innovative Spiele die nebst hohem Spielreiz auch eine gewisse intellektuelle Herausforderung boten. Die Zeiten sind jedoch schon lange vorbei. Wer heutzutage von "MB" ein Produkt kauft, muss damit rechnen, ein Spiel zu erwerben, bei dem zwar "die Post abgeht", jedoch zugleich auch jede intellektuelle Herausforderung auf der Strecke bleibt. "Looping Louie" ist ein solches Plastikspiel, dass keiner grossen Erklärung bedarf, jedoch gross und klein in seinen Bann zu ziehen vermag. Ich gestehe: auch ich, eigentlich ein Liebhaber anspruchsvoller Erwachsenenspiele, habe mich schon für ein paar Partien vom fliegenden Kinderliebling "Louie" in Beschlag nehmen lassen...

"Fun" oder Gewaltverherrlichung?

An "Looping Louie" scheiden sich die Geister. Ist es nun ein Spielzeug oder eine Art Gesellschaftsspiel? Ist es "just fun" oder unterschwellige Gewaltverherrlichung? Egal was es nun ist, die Jury des Spiel des Jahres wertete das Ding als "gemeinsamer Spielspass für Eltern und Kinder im Grundschulalter" und verlieh ihm deshalb - zur grossen Überraschung so mancher Experten -, den "Sonderpreis Kinderspiel des Jahres 1994". Der Entscheid mag aufgrund des grossen Spielspasses, jedoch nicht angesichts der Thematik (Pilot geht mit Flugzeug auf Hühner los!) berechtigt sein. Ich denke, dass das Thema für Fünfjährige, für welche das Aktionspiel konzipiert ist, zu brutal ist.

Flugzeug wegschleudern

Looping Louies Flugzeug hängt an einem langen Haltearm, der sich batteriegetrieben immer gegen den Uhrzeigersinn im Kreis dreht. Jeder Spieler bedient eine Wippe, mit der er das Flugzeug wegschleudern kann. Trifft er Louies "fliegende Kiste", so dreht diese schräg in der Luft liegend einige Loopings, ehe sie wieder zum Sturzflug ansetzt und auf die Hühnerchips der Spieler losgeht. Im Spiel geht es darum, rechtzeitig die Wippe zu bedienen, damit der verrückte Louie nicht die eigenen Hühner erwischt, die auf der Scheune hocken. Wer als Letzter noch mindestens ein Federvieh auf dem Dach hat, gewinnt. Die übrigen Spieler dürfen auch dann noch mitspielen, wenn sie selbst keine Hühner mehr besitzen. Da das rasante Spiel selbst bei geübten Spielern in wenigen Minuten vorbei ist, kann man problemlos mehrere Runden hintereinander spielen, ohne dass der Spass nachlässt. Wem die Grundversion mit der Zeit zu einfach wird, kann die Wippe um die Hälfte verkleinern, was die Aufgabe um einiges erschwert, fällt es Louie doch nun leichter, die Hühner von den Dächern zu scheuchen.

Verlag: MB, Autorin: Carol Wiseley, Alter: ab 5 Jahren, Dauer: wenige Minuten, Anzahl: 2 bis 4 Personen, Preis: zwischen 30 bis 40 Fr.


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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