"Lost Cities": Kurzweilige Schatzsuche

Mit zwei Produktelinien hat sich die Kosmos-Spielegalerie seit Mitte der 90-er-Jahre einen guten Namen geschaffen. Zum einen mit der „Siedler von Catan“-Reihe, zum anderen mit Kartenspielen für zwei Personen. Erinnert sei an das „Siedler“-Kartenspiel oder „Cäsar & Cleopatra“. 1999 bescherte uns Kosmos mit „Lost Cities“ ein weiteres,  gutes Zweierspiel. In „Lost Cities“ begeben sich die Spieler auf Expeditionen in unerforschtes Gebiet: Urwald (grün), Himalaya (weiss), Wüste (gelb), Vulkangebiet (rot) und die Unterwasserwelt (blau) stehen dabei zur Auswahl. Diese fünf Farben entsprechen den Spielkarten-Farben, (Werte 2-10) und sind auch auf dem Spielplan zu sehen, der stimmig wirkt, aber entbehrlich ist, denn er dient lediglich als Ablagefeld.  Daneben gibt es von jeder Farbe noch drei Wettkarten, womit der Kartenstapel 60 Karten umfasst. Zuerst werden die Karten gemischt und je acht an die Spieler verteilt. Wer an der Reihe ist, hat zwei Möglichkeiten: Er fängt a) auf seiner Spielplanseite entweder eine neue Reihe an oder vergrössert sie oder legt b) - wenn er bei sich nicht anlegen kann oder möchte - eine seiner Karten auf das Ablagefeld der entsprechenden Farbe; danach nimmt er eine neue Karte auf die Hand, wobei er zwischen den offen ausliegenden obersten Karten auf den Kartenstapeln des Ablagefeldes oder dem verdeckten Kartenstapel wählen kann. Entscheidet der Spieler sich für a), so muss er vor allem zweierlei beachten. Zum einen dürfen die Wettkarten, welche den Wert des Endergebnisses jeweils verdoppeln, nur am Anfang einer Reihe stehen, und zweitens muss er die Karten in aufsteigender Reihe legen. Liegt also von Gelb schon die Reihe 2-3-6 aus, so kann der Spieler die gelbe 5 nicht mehr bei sich unterbringen. Und das ist ärgerlich, denn jede Expedition kostet Geld - und zwar satte 20. Wer also am Ende einer Partie an einer Reihe weniger als 20 Punkte hat, geht nicht nur leer aus, sondern zahlt drauf. Wie wertvoll der richtige Einsatz der Wettkarten ist, zeigt folgendes Beispiel. Liegen bei Spielende bei einem Spieler  28 Punkte und die drei passenden Wettkarten aus, so vervierfachen sich die acht Punkte auf 32. Theoretisch möglich wären allerdings auch 80 Minuspunkte für eine Reihe; dann nämlich, wenn ein Spieler drei Wettkarten, aber keine weitere Karte angelegt hat (-20 mal vier). Jede Reihe wird einzeln abgerechnet und die fünf Ergebnisse dazu-,  respektive abgezählt. „Lost Cities" ist ein gelungenes Spiel für Zwischendurch, das schnell begriffen und gespielt ist. Schön ist, dass man - obwohl das Kartenglück natürlich eine Rolle spielt - nie das Gefühl hat, Göttin Fortuna ausgeliefert zu sein. Und falls sich mal wirklich alle Glücksgötter gegen einen verschworen haben sollten, dann ist eine weitere Partie schnell  gespielt.

Verlag: Kosmos Spiele-Galerie, Autor: Reiner Knizia, Alter: ab 10 Jahren, Spieler: 2 Personen, Preis: ca. 25 Franken


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Ilgenweg 8, CH-8370 Sirnach. Update: 08.04.2004