„M“: Mega-Spass mit Mini-Regeln

Zuerst die schlechte Nachricht: Das Titelbild von „M“ ist bieder und die Gestaltung der Karten (entkräftete Farben und geometrische Figuren) gewöhnungsbedürftig. Und nun die gute Nachricht: Das Spiel ist alles andere als langweilig. „M“ ist ein Legespiel, bei dem es auf eine gute Übersicht, eine Portion Risikobereitschaft und dem richtigen Plättchen zum richtigen Zeitpunkt ankommt. Die Anzahl der handlichen Plättchen  im Spiel variiert, je, nach Anzahl Spieler, zwischen 50 und 90. Die Plättchen zeigen fast alle drei Merkmale, nämlich Zahl, Farbe und Sujet. Zu Beginn werden fünf beliebige Plättchen zu einem „M“ ausgelegt; dann erhalten alle noch vier Hand-Plättchen.  Wer beginnt, kann eines seiner Plättchen ans „M“ anlegen. Bedingung ist, dass mindestens eine Eigenschaft des Plättchens mit dem benachbarten Plättchen (also Farbe, Zahl oder Sujet) übereinstimmt. Wird ein Plättchen so gelegt, dass es an zwei, drei oder gar vier Plättchen zu liegen kommt, so muss es auf alle Seiten eine Übereinstimmung aufweisen. Danach zieht der Spieler ein Plättchen nach und der Nächste ist an der Reihe. Wer ein Plättchen so legen kann, dass er mindestens auf zwei Seiten eine Übereinstimmung hat, kassiert nach der Formel „Anzahl angrenzende Seiten minus 1“ vom rechten Nachbarn Holzchips. Zu Beginn hat jeder sechs Chips, die je einen Wert von „10“ haben und bei der Endabrechnung dazuzählen. Richtig wertvoll sind hingegen die abgelegten Plättchen (Werte „0“ bis „40“). Doch wie kommt man zu ihnen? Das Spielfeld ist auf die Ausdehnung von 6 mal 6 Feldern begrenzt. Sobald jemand in einer Richtung das fünfte oder sechste Plättchen legt, wird gewertet. Die Reihe wird  markiert und der Spieler, der das letzte Plättchen gelegt hat, darf sich ein Plättchen aus dieser Reihe nehmen. Danach nimmt sich jeder Spieler – falls möglich – ein Plättchen, aber in umgekehrter Reihenfolge, d. h., wenn die Spieler im Uhrzeigersinn spielen, dann werden im Gegenuhrzeigersinn die Plättchen genommen. Dies geschieht so lange, bis entweder nur noch ein Plättchen in der Reihe vorhanden ist oder kein Plättchen mehr genommen werden kann, weil sonst ein oder mehrere Plättchen nicht mehr mit den anderen verbunden wären. Die Beute wird offen und nach Farben sortiert vor sich abgelegt. Bei Spielende, d.h., wenn alle Plättchen nachgezogen und die letzte Wertung ausgelöst wurde, zählen die beiden punkthöchsten Farben eines Spielers und die eigenen Chips plus, die anderen Farben hingegen minus. Es gewinnt, wer die meisten Punkte macht. „M“ ist kein „Überflieger“, aber ein nettes Spiel zum Ein- oder Ausläuten des Spielabends, das in kleiner Besetzung sehr taktisch, in Grossbesetzung jedoch sehr glücksbetont ist.

Verlag: Abacus, Autor: Martin Schlegel, Alter: ab 10 Jahren, Spieldauer: ca. 30 bis 45 Minuten, Spieler: 3 bis 5 Personen, Preis: rund 35 Franken


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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