Erschienen in der Zürichsee-Zeitung: www.zsz.ch/spielend

Italia - wir kommen!

Wer liebt ihn nicht, den herben, frischen Duft eines italienischen Sommerabends am Meer, die Schirmpinien im Rücken? Die Sandkörner knirschen unter den Sandalen, die Sonnencreme glänzt noch leicht auf den gebräunten Schultern, und die Strandverkäufer packen langsam ihre zahlreichen afrikanischen Utensilien in ihre schweren Koffer und ziehen den Strand abwärts aus dem Blickfeld. Wieder ist ein herrlich brütendheisser Badetag vorbei, die Sonne versinkt am Horizont, eine leichte Abendbrise kündigt die Menüs der nahen Strandbeiz an. Pizza!!! Mamma mia, der Hunger meldet sich.

Etwa hier an dieser Stelle, wo man sich gemütlich auf die Terrasse des Pizzaiolos begibt, beginnt das amüsante Ablegespiel «Mamma mia». Und man stellt einmal mehr fest, dass eine gute Pizza eben mehr ist als ein runder, flacher Teigfladen mit Tomatenpüree, Prosciutto und Mozzarella. Amüsant und sehr bekömmlich wäre es natürlich, das Spiel gleich in Italien mit den notwendigen Naturalien auszuprobieren. Die sauberere Variante von Uwe Rosenberg ist für jeden Tisch und auch fürs Auge wesentlich vorteilhafter. Und praktischer auch, weil man es auch hierzulande spielen und dabei vom sonnigen Süden träumen kann.

«Mamma mia» wird in zwei Phasen gespielt. In der ersten Phase kommen die virtuellen Zutaten wie Salami, Ananas, Pilze, Peperoni und Oliven sowie die Bestellungen auf den Tisch. Im zweiten Teil wird dann der Stapel umgedreht, sortiert und ausgewertet, wer mit seinen Legetricks die meisten Bestellungen ausführen konnte. Der Spieler, der an der Reihe ist, darf so viele Beläge auf den Stapel legen, wie er will. Wenn er richtig gezählt und gedanklich korrekt notiert hat und die Gegenspieler ihm nicht zuvorgekommen sind, kann er auch eine Bestellung abgeben. Sind alle Zutaten aufgebraucht, ist die erste Phase beendet, und der Pizzastapel wird ausgewertet. Bei der Auswertung darf, sofern noch passende Karten in der Hand sind, ergänzt werden. Wer nach drei Runden die meisten Pizze komplett bestellt hat, gewinnt. Die Spielregeln sind einfach und klar. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn man als Pizzaiololehrling eine Runde ganz trocken und ohne Enthusiasmus einmal durchspielt. Dann läuft die Sache rund, und die «Pizze bombastiche» bis zu den «Pizze minimale» können gebacken werden. Es ist gefährlich, sich beim Spiel vom Meeresrauschen ablenken zu lassen. Man muss stets ganz genau aufpassen, welche Zutaten auf dem Stapel liegen, ob sie zu einer der Bestellungen in der Hand passen und ob vielleicht nicht doch ein Gegenspieler mit seiner Bestellung zuvorkommt und einem den Zug vermiest.

«Mamma mia» wird sehr süffig, aber doch überlegt gespielt, auch wenn die besten Überlegungen nichts nützen, wenn man nichts wagt. Das Spiel beginnt einfach und unscheinbar, doch die Spannung steigt im Laufe einer Partie. Vor allem Pizze mit vielen Zutaten machen das Spiel turbulent und bieten einige Überraschungen.

Ohne viel Aufwand kann man hier beim Spielen eine amüsante halbe Stunde erleben. Die Karten sind schnell in der Hosentasche verstaut, und beim Warten auf die reale Pizza, beispielsweise beim Italiener, auch ebenso schnell spielbereit auf den Tisch gezaubert. «Mamma mia» ist ein Kartenspiel für die ganze Familie - für alle ab zehn Jahren, die sich gerne mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen.

«Mamma mia» von Uwe Rosenberg, für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer 30 bis 40 Minuten, Preis etwa 13 Franken. Verlag: Abacus, Importeur: Carletto AG, Einsiedlerstrasse 31a, 8820 Wädenswil.


Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Bettina Bernet-Hug im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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