"Minister": Ein Wahlspiel der seichten Art
Der Trend dieses Spieljahres sind eindeutig die Remakes. Was früher exzellent war, wird heute auch noch gut sein. Diese Rechnung scheinen die meisten Verlage aufzumachen. Doch ob sie auch aufgeht? Klar, gute Spiele wie "Acquire" oder "Canyon" verlieren nie ihren Reiz, doch war schon vor 20 Jahren nicht alles Gold, was heute wieder in den Spieleläden zu finden ist. Auch der TM-Verlag versucht sich an einer Neuauflage, nämlich an "Minister" von Altmeister Rudi Hoffmann . Rechtzeitig zum bundesdeutschen Wahljahr kommt das turbulente Würfelspiel nun wieder heraus. Die Spieler wetteifern darum, möglichst viele ihrer Parteigänger ins Kabinett zu bringen. Alle erhalten vier Figuren und setzen sie auf die Laufstrecke, die in verschiedene Bereiche und Felder unterteilt ist. Die Bereiche umfassen zwei bis acht Felder und sind jeweils von eins bis drei Zahlen der Werte 1 bis 6 abgegrenzt. Diese Zahlen geben an, was gewürfelt werden muss, um in den nächsten Bereich zu gelangen. Man zieht also nicht die Anzahl Felder, wie bei anderen Würfelspielen, sondern zieht von Bereich zu Bereich. Da auf jedem Feld nur eine Figur stehen darf, ist es durchaus möglich, dass eine Figur einen komplett besetzten Bereich überspringt. Ziel ist es, möglichst oft auf den Presseterminfeldern zu landen, darf man doch dann versuchen, eigene Parteigänger ins 17 Mitglieder umfassende Kabinett zu würfeln. Wer eine "1", "2" oder "3" würfelt, darf dementsprechend viele Pöppel setzen. Ist das Kabinett schon voll, so werden andere "Minister" daraus entfernt. Sehr beliebt ist das letzte, nur durch eine "1" zu erreichende "Meinungsmacherfeld". Wer dort ist, darf, Runde für Runde, drei mal würfeln und entsprechend viele Politiker ins Kabinett befördern. Alledings wird er vom ersten Nachzügler unbarmherzig rausgeworfen und in die Mitte des Parcours versetzt. Wer auf einem Einflussfeld landet, darf entscheiden, ob er a) entweder alle eigenen Parteigänger um einen Bereich nach vorne versetzt, oder b) ob er im Einflussbereich alle gegnerischen Figuren in ein Fettnäpfchen stösst, das sich unter dem Feld der jeweiligen Figur befindet. Aus diesem kommt die Figur erst wieder raus, wenn der Spieler ein "4", "5" oder "6" wirft. Kann ein Spieler gar nicht ziehen, so rückt der Stein auf der Zeitspirale um ein Felder vor.. Das Spiel endet, sobald ein Spieler entweder alle Minister stellt oder wenn der Zeitstein auf dem Feld "Wahltag" landet. Dann hat der gewonnen, der zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit stellt. "Minister" eignet sich für Gelegenheitsspieler, die nicht so sehr aufs Gewinnen als aufs Spielen aus sind. Wer jedoch gerne Strategien entwirft, um im Spiel einen kleinen Vorteil zu gewinnen, der wird von "Minister" enttäuscht sein.
Verlag: TM-Spiele, Autor: Rudi Hoffmann, Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 45 bis 60 Minuten, Anzahl: 3 bis 4 Personen, Preis: ca. 35 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 08.03.1999