„Morgenland“ („Game of the year”, USA)
Entweder können die Amis besonders gut kryptische Texte entziffern oder sie haben „sie“ gar nicht gelesen. Oder – und dies ist die dritte und wahrscheinlichste Lösung: Sie haben eine hervorragende Spielregel – doch die müsste dann jemand übersetzt haben. Denn diejenige, die der deutschen Ausgabe von „Morgenland“ beiliegt, kann getrost als hervorragendes Beispiel für aktive Kundenabwehr gelten. Denn die Regel ist derart unlogisch und kompliziert aufgebaut, dass das relativ einfache Auktionsspiel fast unspielbar wird. Und das ist schade, denn „Morgenland“, das auf dem Spiel „Keydom“ basiert, bietet im Grunde genommen alles, was es für einen vergnüglichen Abend braucht. Ein wenig Magie, Bluff und Schätze, die es zu raffen gilt. Es gewinnt, wer am meisten Artefakte einsammelt. Ständig ist jeder Spieler am Taktieren und oft möchte man mehr Aktionen machen als einem Züge im Grunde zur Verfügung stehen. Das Spielmaterial überzeugt, die Grafik auch und der Wiederspielreiz ist ziemlich gross – wäre da nicht die Spielregel. Darum ein Tipp: Wer die Chance hat, sollte sich das Spiel zuerst von einem erfahrenen Spieler erklären lassen, dann geht alles viel, viel leichter...
„Morgenland“, Verlag: Hans im Glück, Autor: Richard Breese, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: 60 bis 90 Minuten, Anzahl: 3 bis 5 Personen, Preis: rund 60 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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