Pallam: Götterduell mit stets anderen Vorzeichen

Wer diesem Jahr im Spieleladen nach einer empfehlenswerten Neuheit fragt, bekommt entweder ein Kartenspiel oder ein Brettspiel in historischem Gewande empfohlen. Liebhaber strategischer Zweier-Brettspiele müssen hingegen zur Zeit unten durch. Dennoch lojapanhnt es sich, einige Spiele vor zu stellen, wie zB. "Pallam". "Pallam" wird auf einem massiven, dunkelbraunen, quadratischen Holzbrett gespielt, dessen Seiten 28 Zentimeter lang sind. Auf diesem Brett stehen sich die ägyptischen Gottheiten Anubis und Isis im ständigen Duell gegenüber. Deren Ziel ist es, aus zwölf Duellen möglichst viele Punkte zu gewinnen. Jeder der beiden Gottheiten verfügt über einen Machtbereich, der aus drei waagrechten Reihen à sechs Quadraten besteht. Diese beiden Bereiche liegen sich so gegenüber, dass die gegnerischen Quadrate der vordersten Linie nicht parallel zueinander liegen, sondern immer um die Hälfte eines Quadrates verschoben sind. Die Duelle werden mit Machtsteinen (Steine) ausgefochten. Von diesen gibt es 20 braune (Wert 1 Punkt) mit diversen Zeichen und vier beige (Wert 11 Punkte) mit diversen Zeichen. Die Steine werden vor Spielbeginn mit der Markierung nach unten umgedreht, gemischt und verteilt. Jeder Spieler nimmt sich zwölf Steine und stellt sie verdeckt auf die beiden hintersten Reihen seines Machtbereiches; erst danach wird umgedreht. Man weiss also nie mit was für Steinen man beginnen wird, noch wohin diese gelegt werden – und das macht jede Partie anders. Die Steine weisen diverse Zeichen auf, die je ein- bis sechsmal vorkommen. Da jeder Stein nur einmal im Spiel ist, geht jedes Duell anders aus. Auf den beiden Seiten des Spielbrettes sind Zeichen für "gerade" und "ungerade" zu sehen. Der Spieler kann, wenn er an der Reihe ist, folgendes tun: a) entweder einen Stein in die vorderste, bei Spielbeginn noch leere Reihe, schieben und damit ein Duell eröffnen oder b) zwei eigene Steine austauschen. Hier ein Beispiel: Anubis spielt seinen ganz links bei beim Geradezeichen stehenden "Dreieck 4"-Stein, weil er sieht, dass "Isis" in ihrer zweiten Reihe weder Dreieck, noch einen sonstigen "4"-Stein liegen hat. "Isis" hat somit nicht nur das Duell verloren, sondern muss zudem seinen äusserst links liegenden Stein spielen und preis geben. Es gilt also folgende Regel: Es gewinnt der Stein, der distanzmässig der Markierung am nächsten steht, die durch die Summe der beiden Steine angezeigt wird. Der Verlierer muss das nächste Duell eröffnen. Da das Spiel flott vonstatten geht, ist eine Revanche schnell gespielt. Obwohl Pallam sehr schwer zu erklären ist, bleibt das Spiel für Strategiefreunde sicherlich eine lohnenswerte Investition, die auch nach mehrmaligem Spiel nichts von ihrer Faszination einzubüsst.

Verlag: L’Astuce, Autor: Claude Leroy, Alter: ab 8 Jahren, Dauer: ca. 20 Minuten, Anzahl: 2 Personen, Preis: ca. 59 Franken 


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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