Rudi Rüssel: Ein "schweinisches" Wettrennen
Man kennt sie ja zu genüge, die Spiele zum Film, die immer dann auf den Markt kommen, wenn zugleich ein populärer Kinderfilm in den Kinos anläuft. Oft sind die Spiele aber leider nicht so originell wie der Vermarktungssinn der Firmenstrategen und die mehr oder weniger anspruchslosen Spiele finden sich mit schöner Regelmässigkeit in den Ramschkisten der grossen Kaufhäuser wieder, wo sie zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises verhökert werden.
"Filmspiel" mit Qualität
Dieses Schicksal droht "Rennschwein Rudi Rüssel" nicht. Zwar ist es ebenfalls ein "Filmspiel" - doch eines mit Qualität. Das von Donna Schmidt-Abels ersonnene und von "Die SpieleAgentur" herausgegebene Brettspiel hat einen originellen Zugmechanismus und ist dennoch einfach. Hinzu kommt der liebevoll im Comicstil gestaltete Spielplan, der zum Schmunzeln anregt. Kurzum: es ist ein Spiel, das sowohl optisch als auch spielerisch einiges bietet.
Differenz gibt den Ausschlag
Die vier Spieler schlüpfen in die Rollen von Rudi Rüssel und Kollegen, deren Ziel es ist, die Weltmeisterschaft im Schweinerennen - im Volksmund auch "Das blaue Band von Egesdorf" genannt - zu gewinnen, welches über 24 Felder führt. Zu Beginn rüsten sich alle Schweine mit einem Rennkartenset (Werte 1 bis 10) aus. Ein fünftes Set mit den gleichen Werten wird gemischt und als Stapel in die Mitte des Spielplans gelegt. Dann geht's los. Alle Spieler legen eine Karte verdeckt vor sich ab und kehren anschliessend die Karten gleichzeitig um. Nur der Spieler, der die höchste Karte gelegt hat, darf nun ziehen. Jedoch nicht den Wert seiner Karte, sondern lediglich die Differenz zum Zweitplatzierten! Ein Beispiel: Die vier Spieler haben die Karten 10, 7, 3 und 2 gelegt. Der Spieler, der die 10 ausgespielt hat, rückt sein Schwein vier Felder (10 minus 6) vorwärts. So wird weitergespielt, bis alle Karten abgelegt sind. Wurden alle Karten gespielt, und keines der Rennschweine hat die Ziellinie erreicht, werden wieder alle zehn Karten aufgenommen.
Positionen tauschen
Des weiteren gilt es noch einige Sonderregeln zu beachten, die dem Spiel noch einen zusätzlichen Reiz verleihen. Spielen zwei Spieler in derselben Runde die höchste Karte (also zB. zweimal die "9"), so tauschen deren Rennschweine die Positionen auf dem Spielfeld. So hat sich so manches Rennschwein, das sich kurz vor dem Ziel schon als strahlender Sieger sah, auf einmal am Schluss des Feldes wiedergefunden... Ausserdem gibt es noch drei Sonderfelder, die mit Karten markiert sind. Hier feuern die Zuschauer die Borstenviecher besonders kräftig an. Landet ein Schwein auf einem dieser Felder, so muss der Spieler eine seiner Karten in die Spielplanmitte legen und die oberste Austauschkarte vom Stapel nehmen.
Verlag: Die SpieleAgentur, Autorin: Donna Schmidt-Abels, Alter: ab 7 Jahren, Spieldauer: 30 Minuten, Anzahl: 3 bis 4 Personen, Preis: rund 30 bis 40 Fr.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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