Erschienen in „Der Landbote“ in der Beilage „spots“

Siedler im All: „Die Sternenfahrer von Catan“

„Die Siedler von Catan“ wurde 1995 von einer internationalen Fachjury zum „Spiel des Jahres“ erkoren. Seitdem hat sich die Idee zu einer ganzen Spielefamilie ausgewachsen. Der Fortschritt auf der überbevölkerten Kolonie lässt die Siedler, Seefahrer, Städter und Ritter nun die Galaxien entdecken.

Mit den Sternenfahrern bringt Klaus Teuber vorläufig das letzte Spiel seiner „Siedler-Reihe heraus. Im Grundspiel „Die Siedler von Catan“ landeten die Spieler auf einer Insel, wo sie versuchen mussten, Strassen und Siedlungen zu bauen und ihren Einfluss durch Handelsbeziehungen zu erweitern. Auffallend am neuen Spiel ist gleich die Schachtel, die viel grösser und schwerer ist, und die Farbe ist schwarz wie das All. Das Material hat auch an Umfang zugenommen und besteht aus vier Mutterraumschiffen, Kolonien, Handelsstationen, Bordkanonen, Transportern, Raumhäfen usw. Dabei besteht ausser Spielplan, Karten und Würfeln alles aus Plastik.
Dies dürften zwar manche Siedler-Fans bedauern, aber der Fortschritt entwickelt sich nun mal sehr rasant in Catan. Zudem dürfte eine reine Holzfertigung beinahe unbezahlbar sein. Die Spieler (Catanauten) versuchen von den Catanischen Kolonien aus weitere Sonnensysteme zu erforschen und dabei Handels- und Koloniestützpunkte zu errichten (wofür es Siegespunkte gibt). Dabei treffen sie auf Handelsfürsten und intelligente, fremde Völker sowie auf Raumpiraten, die besiegt werden sollten.

Gut integrierte Neuerungen
Vieles kennt man vom Grundspiel. So werden die Rohstofferträge ausgewürfelt, und die Handels- und Bauphase ist ebenfalls unverändert. Neu ist der vorgegebene Spielplan, die zu erreichende Siegespunktzahl (15) und der Bewegungsmechanismus, der es erlaubt bis zu drei Raumtransporter zu bewegen. Wer die Rohstoffe ausgewürfelt, gehandelt und gebaut hat, muss mit seinem Mutterschiff (!) würfeln. An dessen Ende ist eine kleine Ausbuchtung zu sehen, die zwei Kugeln fasst. Im Raumschiff befinden sich immer vier Kugeln. Befinden sich nach dem Schütteln nun zwei Kugeln der Farben Rot, Gelb oder Blau im Behälter, so darf der Spieler alle seine Raumschiffe um drei bis fünf Raumpunkte (=Strassen) vorrücken. Ist aber die schwarze Kugel zu sehen, so muss der Spieler zuerst eine Begegnung bestehen (Ereigniskarte). Dies kann von der beglückenden Begegnung mit dem „Wandernden Volk“ bis hin zum fatalen Gemetzel mit einem Piraten reichen. Mit den „Sternenfahrern“ ist Klaus Teuber ein würdiger Abschluss seiner „Siedler“-Reihe gelungen. Es ist ein für sich eigenständiges Spiel und nicht nur eine Erweiterung. Die Neuheiten wie zum Beispiel die Ausbauten des Raumschiffes und die Ereigniskarten sind gut im Spiel integriert und ist vor allem zu viert recht spannend. Für „Siedler“-kundige ist es aber nicht wirklich ein neues Spiel, da zuviel an das Grundspiel erinnert. Der Preis ist eher am oberen Limit anzusiedeln. Wer sich bis jetzt nicht mit den „Siedlern von Catan“ beschäftigt hat, sollte sich erst dem Grundspiel zuwenden. Falls ihm dies gefällt, so steht einem späteren Erwerb der „Sternenfahrer“ nichts im Weg. Wer die Siedler jedoch schon kennt, kann es gleich in seine Sammlung aufnehmen.

Verlag: Kosmos Spielegalerie, Autor: Klaus Teuber, Spieldauer: 90 bis 120 Minuten, Spieler: 3 bis 4 Personen, Preis: 80 bis 90 Franken


Mit freundlicher Genehmigung des Autors Heinz Lanz im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -


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