"$timmt $o!": Tante Emmas im Kaufrausch
Von "Queen Games" liegen zur Zeit gleich mehrere gute Spiele vor.
Primus inter pares ist dabei "$timmt $o!", ein flottes Börsenspiel, das sich als einstündige Unterhaltung gut für Familien- als auch für Erwachsenenrunden eignet. Um was geht es bei "$timmt $o!"? Die "Tante Emmas" dieser Welt haben genug davon, immer von Multis aufgekauft zu werden und blasen zum Gegenangriff. Sie wollen multinationale Megakonzerne (Entertainment, Automobile, Airlines, Computer, Petrol und Bank) gründen und müssen zu diesem Zweck auf den Börsen dieser Welt (Frankfurt, Tokio, New York und Moskau) Geschäftsanteile erwerben. Es gewinnt, wer am Schluss am meisten Punkte hat. Diese erhält man, wenn man möglichst viele Aktienmehrheiten besitzt. Zu Beginn erhalten alle fünf Geldkarten. Ebenso werden je vier Geld- und Anteilskarten auf je vier Börsen- und Bankfelder gelegt. Wer dran ist, kann entweder einen offen ausliegenden Geldschein nehmen oder einen Anteilschein erwerben. Vorausgesetzt, dass er nicht nur den passenden Betrag, sondern auch die richtige Währung hat. Denn in Tokio wird nur mit Yen, in Moskau einzig mit Rubel etc. gezahlt. Wer den Betrag genau hat, darf noch einmal sich die Frage "Geld oder Aktie?" stellen. Dies kann theoretisch so lange gehen, bis einer alle vier Börsenfelder plus einen Geldschein abgeräumt hat. Danach werden die Felder aufgefüllt und die nächste "Tante Emma" ist an der Reihe. Erfahrungsgemäss geht das Geld aber bedeutend schneller zu Neige, denn die Käufer erhalten kein Rückgeld. Wenn also zB. jemand einen 6-Million-Petrol-Anteil in New York erwerben möchte, aber nur je zwei 5-Millionen-Geldkarten auf der Hand hat, so meldet sich ein imaginärer Broker mit sonorer Stimme aus dem Hintergrund: "$timmt $o!". Nettes Trinkgeld. Da die beiden Wertungskarten gleichmässig verteilt in den Stapel gemischt werden, ist es ausgeschlossen, dass es schon allzu früh zur ersten Wertung kommt. Die Strategie eines jeden einzelnen muss es sein, auf die Unternehmen zu setzen, die noch niemand hat. Das ist aber schwierig zu bewerkstelligen, denn einerseits weiss man nie, was als nächstes nachgezogen wird, zweitens fehlt einem gerade dann die benötigte Währung und drittens findet sich sicherlich noch irgendeine Mitspielerin, die einem das lang ersehnte Petrol vor der Nase wegschnappt. Das Spielmaterial ist gut und der Spielmechanismus ausgereift. Schön ist auch, dass das Spiel meistens bis zum Schluss offen bleibt, denn richtig abgeräumt wird erst bei der letzten Wertung. Das Spiel endet, wenn a) ein leeres Börsenfeld nicht mehr mit einer Aktie belegt werden kann. Danach werden die übrigen Börsenkarten verteilt und die dritte Wertung durchgeführt.
Autor: Dirk Henn, Verlag: Queen Games, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: ca. 60 Minuten, Anzahl: 3 bis 6 Personen, Preis: rund 49 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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