"Take Two!": Ein superschnelles Kreuzwortspiel
"Hier fliegen die Buchstaben - kreuz und quer, hin und her!" Der Werbetext aus dem Hause F.X. Schmid verrät passend, welche Zielgruppe mit dem Wortspiel "Take Two!" angesprochen werden soll; diejenigen, die auch nach Büroschluss eine zusätzliche Portion Aufregung, d.h. Hektik nicht nur ertragen können, sondern geradezu herbeiwünschen. Ziel beim Buchstabenlegespiel ist es, möglichst schnell seine Buchstaben in Kreuzworträtselmanier anzulegen.
Hektik plus zwei
Doch der Reihe nach. Zu Beginn ziehen alle Spieler aus den verdeckt vor ihnen liegenden Buchstabenplättchen zehn Stück. Diese werden auf Kommando umgedreht und los geht's mit dem Legen. Wer als erster seine zehn Buchstaben kreuzworträtselartig gelegt hat, der ruft laut "Take Two!". Nun müssen alle, also auch der, der "Take Two!" gerufen hat, zwei zusätzliche Buchstaben ziehen. Sind's zwei Vokale, so kann es sich unter Umständen nur um Sekunden handeln, bis derselbe Spieler den Durchgang bereits wieder abgeschlossen hat, während die anderen immer noch verzweifelt versuchen ihr Y oder Q reinzubasteln. Und wieder heisst es "Take Two!"... Erschwert wird das Vorhaben dadurch, dass es nicht erlaubt ist, Fremdwörter und Abkürzungenzu legen. Da sich keine Umlaute im Spiel befinden, werden sie wie in Kreuzworträtseln üblich aus den Vokalkombinationen "ae", "ue" und "oe" gebildet. Das Ganze wiederholt sich fünf mal, bis alle Spieler über zwanzig Buchstaben verfügen. Nach dem fünften "Take Two!" wird abgerechnet. Alle Spieler bekommen für die übriggebliebenen Buchstaben Minuspunkte (ein A gibt zum Beispiel "7", ein R "10" und ein Joker gar "15" Miese) notiert. Danach geht's in die nächste Runde. Es gewinnt, wer nach fünf Runden die wenigsten Minuspunkte erhalten hat.
Ähnelt "Ligretto"
Ist nun "Take Two!" ein gutes Wortspiel oder nicht? Sagen wir es mal so: das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt sicherlich, denn das einfache, ziemlich nüchtern gehaltene Spielmaterial ist stabil, die Lettern gross gedruckt - was es auch älteren Leuten ermöglicht, "Take Two!" zu spielen - und der Spielspass gross - vorausgesetzt, dass man zu der Sorte Schnelldenker gehört und Wortspiele wie "Scrabble" oder "Topwords" ohnehin mag. Für langsamere Mitspieler mag "Take Two!" mit der Zeit frustrierend sein, weshalb es auch nur eingeschränkt für den Sprachunterricht an Schulen zu empfehlen ist. Vom Spielgefühl ähnelt "Take Two!" jedoch nicht einem der anderen berühmten Wortspiele, sondern vor allem den hierzulande sehr beliebten Kartenspiel "Ligretto". Da alle das gleiche Ziel haben - eben als erster fertig zu sein - schnellt der Adrenalinspiegel schon in den Anfangssekunden des Spiels hoch und sinkt eigentlich nicht mehr, bevor die Runde zu Ende ist.
Verlag: F.X. Schmid, Autor: nicht genannt, Alter: ab 10 Jahren, Dauer: 30 Minuten, Anzahl: 2 bis 7 Personen, Preis: zirka 20 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 08.03.1999