„Troia“: Wie einst Schliemann
„Troia“ ist sicherlich eine der besten Neuerscheinungen in diesem Herbst. Das Legespiel im Brettformat stammt aus der Ideen-Werkstatt Thomas Facklers, welcher bis anhin vor allem für seine mehrere tausend Franken teure Nobelspiel „Die Abtei der wandernden Bücher“, „Die Oper der schwarzen Spiegel“) bekannt war. Der Neuling kostet bedeutend weniger, doch der Spielspass ist genauso gross. Ermöglicht hat das preiswerte Wettgraben um die wertvollsten Fundstücke Troias eine Firma, die man ansonsten nicht mit Spiele in Verbindung bringt: „DaimlerChrysler“. Die Automacher unterstützen schon seit Jahren die Ausgrabungen in Kleinasien und wollten mit diesem Spiel ihr Kulturengagement spielerisch unter die Leute bringen – und das ist vollauf gelungen. Denn bei „Troia“ stimmt einfach alles: wunderschön verarbeitetes und stabiles Material findet sich mit einem echtem Ausgrabe-Feeling zusammen. Es gilt die unterschiedlichsten Schichten auszugraben, die Fundstück zu untersuchen und anschliessend möglichst geschlossen zu veröffentlichen, bringt doch Kunde vom Grabungserfolg Reputation und diese wiederum wieder Geld in Form von Grabungslizenzen ein. Es gewinnt dieses kurzweilige Spiel, wer am Schluss die grösste Reputation unter den zwei bis vier Hobbyarchäologen geniesst. Für mich ist „Troia“ ein heisser Tipp für die Auswahlliste „Spiel des Jahres 2001“.
„Troia“, Autor: Thomas Fackler, Verlag: DaimlerChrysler, Alter: ab 9 Jahren, Personen: 2 bis 4 Spieler, Dauer: 60 bis 80 Minuten, Preis: zirka 59 Franken
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Christof Lampart im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG,
Tannenstrasse 40, CH-9010 St. Gallen. Update: 01.07.2002