Erschienen in „Der Landbote“ in der Beilage „spots“
Wer wird Eisenbahn-Baron
Ab 1830 wurden in den USA Eisenbahnlinien gegründet, welche nicht nur für eine schnellere Beförderung von Ost nach West, sondern auch für einen Kampf um Macht, Einfluss und Geld sorgten. Und genau darum geht es in "Union-Pacific".
Jeder
Spieler versucht Zug um Zug zum mächtigsten Eisenbahn-Baron der Nation
aufzusteigen. Das Spiel endet, wenn die vierte Wertungskarte vom Aktienstapel
gezogen wird; es gewinnt, wer dann am meisten Geld hat. Schauplatz des
Geschehens ist der nordamerikanische Kontinent unterteilt in vier Bereiche. Der
Spielplan ist mit vielen Schienenverbindungen durchzogen. Dabei kann nur eine
Eisenbahngesellschaft auf allen Schienen fahren; alle anderen haben nur eine bis
drei Schienennetze zur Auswahl.
Zudem können maximal vier Eisenbahngesellschaften die Verbindung zwischen zwei
Städten gleichzeitig nutzen. Zuerst erhalten alle Spieler je drei Schienen- und
vier Aktienkarten und können durch das gleichzeitige Ausspielen einer fünften
Aktie den Grundstock für ihr Imperium legen. Wer an der Reihe ist, nimmt eine
Schienenkarte auf und hat danach folgende Möglichkeiten: er baut eine Strecke
aus, indem er eine Schienenkarte ausspielt und eine entsprechende Lok auf den
Spielplan setzt. Danach darf er sich eine von vier offen ausliegenden Aktien
oder eine verdeckt vom Aktienstapel nehmen. Wer einen sicheren Grundstock
aufbauen möchte, kann sich beim "Union-Pacific"-Stapel bedienen, der
einzigen Eisenbahngesellschaft, die zwar keine Lokomotiven besitzt, ab der
zweiten Wertung jedoch für grosse Gewinne bei den Mehrheitsaktionären sorgt.
Kampf um
Aktienmehrheiten
Wer nicht bauen möchte, kann investieren. Er legt, nachdem er eine
Schienenkarte aufgenommen hat, entweder beliebig viele Aktien einer Gesellschaft
oder je eine von zwei Gesellschaften vor sich ab. Zieht jemand vom Aktienstapel
eine der vier Eisenbahnkarten, so kommt es zur Wertung, wobei nach der vierten
das Spiel endet. Nun werden alle Haupt- und Zweitaktionäre ausbezahlt, wobei
die Regel gilt dass der Hauptaktionär pro Lok auf dem Spielplan eine Million
erhält, der zweite die Hälfte, wobei abgerundet wird. Als Hauptaktionär gilt,
wer von einer Linie die meisten Aktien ausliegen hat; Karten auf der Hand
bringen nichts ein. Hat jemand ein Monopol, indem er als einziger Aktien
ausliegen hat, so erhält er die Prämien für den Haupt- und den Zweitaktionär.
Patten sich zwei Spieler, so werden der erste und der zweite Rang geteilt. Kaum
zu überbieten ist das zwölfseitige Regelwerk. Es ist so hervorragend
aufgebaut, dass keine Frage offen bleibt. Wertungsbeispiele und viele
Illustrationen sorgen für den absoluten Durchblick. Obwohl "Union
Pacific" ein Erwachsenenspiel ist, das begeistert, sei vor zu schnellem
Kauf gewarnt: Wer nämlich das "Abacus"-Spiel "Airlines"
besitzt, muss "Union-Pacific" nicht unbedingt kaufen, sind die Spiele
doch fast identisch. Die gelungene Aufmachung und einige Regeländerungen machen
die "Neuauflage" jedoch interessanter und taktischer, so dass
Liebhaber von "Airlines" sicherlich nicht enttäuscht sein werden.
Das Buch
zum Spiel
Wer nach dem Spielen auch noch Lust verspürt etwas über schöne Spiele zu
lesen, der sollte sich jetzt unbedingt "Das Spiele-Buch" von
Erwin Glonnegger gönnen. Es ist ein gelungenes 288 Seiten starkes
"Bilderbuch" für alle Spieler, die neugierig geblieben sind und sich
über die Geschichte des Spieles und aktuelle Titel informieren wollen. Der
Klassiker gibt auch in seiner Neuauflage Auskunft über Herkunft und Regeln der
bekanntesten Spiele aus aller Welt und allen Epochen, von "Go"zu
"Backgammon" über "Monopoly" zu "Siedler". Das
Buch ist ausserordentlich schön gestaltet und macht Lust auf blosses Blättern.
Der Autor leitete lange Jahre den Ravensburger-Spieleverlag und ist einer der
anerkanntesten Spielekenner Deutschlands.
DAS
SPIELEBUCH
Autor: Erwin Glonnegger, erweiterte
Neuauflage, erschienen im Drei-Magier-Verlag, Uehlfeld 1999,Fr. 46.--, ISBN
3-9806792-0-9
UNION
PACIFIC
Autor: Alan R. Moon, erschienen bei
Amigo, für 2 bis 6 SpielerInnen, Alter: ab 12 Jahren, Dauer: ca. 90 Min.,
Preis: ca. Fr. 60.--
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Heinz Lanz im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
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