Faites vos jeux erschienen in der Neue Zürcher Zeitung in LEBENSART
Revival der Quizspiele: Dingdong, Hingping, Pingpong oder Kingkong?
tom. Frage: «Wie lautet die
umgangssprachliche Bezeichnung für Tischtennis?» Antwortmöglichkeiten: «Dingdong»,
«Hingping», «Pingpong», «Kingkong». – Auch in der Brettspiel- Ausgabe
von «Wer wird Millionär?» könnte man sich die 100-, 200- und 300-Mark-Fragen
getrost schenken, so einfach sind sie. Dann wird es allerdings kniffliger und
unterhaltsamer. Nach dem gleichen Schema wie in der TV-Sendung werden Fragen in
15 Schwierigkeitsstufen gestellt und bei jeder Frage vier Antwortmöglichkeiten
offeriert.
Wer eine Frage beantworten kann, darf weitermachen, wer nicht, scheidet aus.
Freiwilliges Aussteigen ist jederzeit erlaubt. Da alle Mitspieler gleichzeitig
mit den gleichen Fragen konfrontiert sind, gibt es wenig Ungerechtigkeiten.
Jeder ist einmal Quizmaster, dann endet die Partie, und die gewonnene Summe wird
gezählt. Die Handhabung der drei bekannten Joker ist im Brettspiel allerdings
– mangels Saalpublikum – etwas umständlich geraten. Mitspieler stellen
sowohl beim Saal- als auch beim Telefon-Joker Antworten zur Verfügung, aus
denen der Befragte auswählen darf. Immerhin belässt die Regel beim Telefon-
Joker die originelle Option, mitten in einer Spielrunde – womöglich abends um
23 Uhr – einen Kollegen überraschend anzurufen und ihn etwa zu fragen: «Was
erforscht ein Sphragist?»
Spätestens bei der 500-Mark-Frage: «Zu welchem Bundesland zählt die Stadt
CastropRauxel?», sehnt man sich aber nach der speziellen Schweizer Ausgabe, die
– gemäss Auskunft von Kirsten Wiche vom Jumbo-Verlag – im Juni erscheinen
wird. Offiziell sollte auch die deutsche Ausgabe in der Schweiz eigentlich gar
nicht erhältlich sein. Einige Warenhäuser wollten sich aber das Geschäft
offenbar nicht vermiesen lassen und haben sie direkt importiert. Sowohl in
Deutschland als auch in Österreich wurde «Wer wird Millionär?» nämlich
– obwohl erst seit Oktober auf dem Markt und rund 100 Mark teuer – zum
erfolgreichsten Erwachsenenspiel des Jahres 2000. Mittlerweile hat die Auflage
in Deutschland stolze 800 000 Stück erreicht.
Eine aktuelle Schweizer Ausgabe, die das Erscheinungsjahr 2000 trägt, ist
hingegen vom Quizspiel-Klassiker «Trivial Pursuit» erhältlich. Wie
gehabt, gilt es dabei, Fragen zu den sechs Wissensgebieten Geographie,
Unterhaltung, Geschichte, Kunst und Literatur, Wissenschaft und Technik sowie
Sport zu beantworten. Pures Wissen ist gefragt, Raten nützt wenig. Wie schnell
Ereignisse an Wichtigkeit verlieren, untermauern dabei jedoch (zu) viele Fragen
in der Schweizer Ausgabe, die sich explizit auf längst vergessene
Tagesereignisse des Jahres 1998 beziehen. Für Eighties-Fans und Nostalgiker ist
sei kurzem übrigens auch eine spezielle «Trivial Pursuit 1980er Jahre»-Ausgabe
auf dem Markt.
Wer nicht viel weiss und bei Wissensspielen üblicherweise Letzter wird, der
darf sich über «Pi mal Daumen» freuen. Bei diesem Schätzspiel
kann er garantiert mithalten! Es werden zwar ebenfalls Fragen gestellt. Von den
Antworten hat nun aber wirklich (fast) niemand eine Ahnung: «Wie hoch muss ein
Ton sein, damit er Menschen umbringen kann? (In Dezibel)», «Wie viele
Kilogramm Rosen werden benötigt, um 28 Gramm Rosenöl herzustellen?», «Wie
viele Liter Wasser passen in den Schnabelsack eines Pelikans?». Jeder
Mitspieler darf eine Schätzung abgeben. Wer der tatsächlichen Zahl am nächsten
kommt, rückt seine Figur auf einer Laufstrecke vor. Das ist vergnüglicher, als
man denkt.
«Planet der Wunder» schliesslich ist eine Mischung aus Schätz- und
Wissensspiel mit Fragen, die sich alle auf den Bereich «Natur» beziehen. Auch
hier hat man – im Gegensatz zu «Trivial Pursuit» – das Gefühl, dass jeder
eine Chance hat, nicht nur dank einem Mechanismus, mit dem jener Spieler, der
jeweils am Schluss der Wertung steht, bei richtiger Antwort bevorteilt wird.
Denn es wird, wie bei «Wer wird Millionär?», eine Frage allen Mitspielern
gleichzeitig gestellt. Sie müssen sich der Reihe nach laut für eine von drei möglichen
Antworten entscheiden, was Schwächeren etwas hilft. Weitere Optionen wie
Bonusfelder und Zusatzfragen lockern eine Partie auf. Dieses Spiel eignet sich
vor allem für Jüngere.
«Wer wird Millionär?»,
Quizspiel zur gleichnamigen Fernsehsendung für 2 bis 5 Spieler ab 12 Jahren.
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten, Verlag: Jumbo. Preis: etwa 100 Franken. Vertrieb
in der Schweiz: Max Bersinger AG, Zürcherstrasse 505, 9015 St. Gallen.
Internet: www.jumbo-spiele.de
«Trivial Pursuit, Genus Edition, Schweizer Ausgabe»; Quizspiel für 2 bis 6
Spieler ab 15 Jahren. Spieldauer: 60 bis 90 Minuten. Verlag: Hasbro. Preis: etwa
90 Franken. Verlagsadresse: Hasbro Schweiz AG, Alte Bremgartenstrasse 2, 8965
Berikon. Internet: www.hasbro.com.
«Pi mal Daumen», Schätzspiel von Grzegorz Rejchtman für 3 bis 6 Spieler ab
12 Jahren. Spieldauer: 30 bis 45 Minuten.
«Planet der Wunder», Quiz- und Schätzspiel von Jean-Thierry Winstel für 3
bis 6 Spieler ab 10 Jahren. 30 bis 45 Minuten. Beide Spiele sind im
Kosmos-Verlag erschienen. Preis: je etwa 60 Franken. Vertrieb in der Schweiz:
Lemaco SA, Chemin du Croset 9, 1024 Ecublens, Internet: www.kosmos.de
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Thomas Felber im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998/2000 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Tannenstrasse 40, CH-9010 St. Gallen. Update: 09.05.2001