| Schweizer
Spielmesse Internationale Messe für Spiele, Spielwaren, Modellbau und kreatives Gestalten St.Gallen, 19. - 23. November 2003 |
Während der Spielmesse in Sankt Gallen zeigt das Schweizerische Spiel-Museum Pferderennspiele aus seiner reichen Sammlung. Unter dem Titel „And they’re off! Pferderennspiele vom Wettlauf zur Simulation" sind ausgewählte Stücke zu sehen. Sie dokumentieren eine über 120 Jahre währende Tradition, die auch heute nichts von ihrem Reiz eingebüsst hat.
Ja, wo laufen sie denn?
- Pferderennen – Sport und SpielWettrennen zu Pferd gibt es wahrscheinlich schon seit der Mensch Reiten gelernt hat. Das Galopprennen hat seine heute bekannte Form aber erst im frühen 19. Jahrhundert angenommen, als in England und Frankreich die ersten Rennbahnen mit Tribünen entstanden und das Vollblut zum Rennpferd par excellence gezüchtet wurde. Nur wenig jünger sind die Versuche, dieses beliebte Sportereignis in ein Spiel zu übertragen.
Zu erstaunlichen Erfindungen gelangte man, um die Pferde wirklich laufen zu lassen. Im 19. Jahrhundert waren die „Kleinen Pferde" beliebt, die durch eine Handkurbel angetrieben im Kreis liefen. In den 1920er Jahren wurden beim „Gee-wiz" oder „Zizi Manège" die in geraden Schienen laufenden Pferde durch Metallkugeln angetrieben, die durch eine Mechanik von hinten gegen die Pferde geschossen wurden. Durch das Prinzip der statischen Aufladung werden die Pferde beim „Escalado" bewegt, ein Spiel aus den 1920er Jahren, das bis heute produziert wird. Neuerdings gibt es eine voll-elektronische computergesteuerte Version für Spielcasinos, die dennoch nicht auf hoppelnde Plastikpferdchen verzichtet.
Am geläufigsten sind Pferderennspiele als Brettspiel. Die Langlebigkeit dieses relativ einfachen Würfelspiels ist bemerkenswert. Besonders beliebt war das „Steeple Chase" in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es wurde von verschiedenen Herstellern immer wieder herausgebracht und gehörte zum Standardrepertoire der Spielesammlungen. Noch im frühen 20. Jahrhundert entstanden Spiele mit überaus luxuriöser Ausstattung: Bemalte Zinnpferde, Holzhindernisse und Spielgeld für die Wetten liessen das Auge mitspielen.
In den 1960er Jahren kamen Tendenzen auf, dem Pferderennspiel durch Hinzufügen von taktischen Elementen neuen Reiz zu verleihen. Das führte zu Spielen, bei denen der eigentliche Parcours fast völlig in den Hintergrund tritt oder gar überflüssig wird.
Bis heute hat das Pferderennen nicht aufgehört, Spieleautoren zu inspirieren.
Das Schweizerische Spiel-Museum in La Tour-de-Peilz plant, Pferderennspiele zum Thema einer grösseren Wanderausstellung zu machen, die interessierten Institutionen ab 2004 zur Verfügung gestellt werden soll.
Schweizerisches Spiel-Museum au Château, 1814 La Tour-de-Peilz
Tel. : 021-944 40 50
E-mail : info@museedujeu.com
© 2003 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Tannenstrasse 40, CH-9010 St. Gallen. Update: 06.11.2003 - www.toy-net.com